SchaubildSo abhängig sind Staaten von Rohstoffen

© Ole Häntzschel

Einen Teil des Staatseinkommens einfach mit Rohstoffen verdienen? Klingt einfacher als es ist. Für Staaten stellt sich dieser Traum von der anstrengungslosen Rente haufig als Fluch heraus. Viele der korruptesten und am schlechtesten regierten Länder sind jene, die vom Verkauf von Öl, Gas, Kohle, Mineralien und Hölzern abhängen.

In unserer Darstellung werden die Staaten jeweils durch ihren wichtigsten Exportrohstoff symbolisiert. Liberia hat den höchsten Anteil unserer Liste, die aufgrund fehlender Daten aus Ländern wie Libyen unvollständig bleibt. 46,6 Prozent des BIP des afrikanischen Landes stammen aus Rohstofferlösen, vor allem Holz. Die Zahlen beziehen sich auf die Gewinne aus dem Verkauf abzüglich der Produktionskosten.

Und wer bei den Vereinigten Arabischen Emiraten gleich an Ölreichtum denkt – tatsächlich stammen nur 11,9 Prozent des BIP aus Rohstoffverkäufen.

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Öl kommt nicht nur aus Nahost: Auch Norwegen trägt mit Rohstoffexporten fast 6 Prozent zum BIP bei. Für Russland ist es ebenfalls der wichtigste Exportrohstoff. Aber der Anteil bleibt auch hier eher gering. Ganz anders in Kuwait. Das BIP des Staats hängt zu fast 40 Prozent von Rohstoffexporten ab.

Zum Vergleich: In Deutschland stammen nur 0,07 Prozent des BIP aus Rohstofferlösen.

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Mit der Demokratischen Republik Kongo landet ein krisengeschüttelter Staat auf Platz drei unserer Liste, die sich aus Daten der Weltbank speist. Das Land finanziert ein Drittel seines BIP aus Rohstoffen, insbesondere Diamanten.

Für ein Industrieland hat Australien mit fast 5 Prozent noch einen vergleichsweise hohen Anteil der Rohstofferlöse am BIP. In Kanada oder den USA sind die Anteile deutlich kleiner und liegen bei 0,9 bzw. 0,3 Prozent.

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