PodcastPeter Schöffel: „Die Leute dürstet es, nach draußen in die Natur zu gehen“

Peter Schöffeldpa

Im Vergleich zum gewöhnlichen Textilhandel ist der Markt für Outdoor- und Sportbekleidung besser durch das Corona-Jahr gekommen. „Im Verhältnis zur klassischen Mode oder zum Schuhhandel sind wir in der Sport- und Outdoorbranche die Einäugigen unter den Blinden“, sagte Peter Schöffel, Chef des gleichnamigen Outdoorausrüsters, im Podcast „Die Stunde Null“ (Hier direkt reinhören). „Die Leute dürstet es, nach draußen zu gehen, in die Natur“, sagte der Firmenchef, der das Familienunternehmen in siebter Generation führt. Deshalb sei der der Bereich Sport und Outdoor besser aus dem Lockdown gekommen.

Dennoch rechnet Schöffel, mit zuletzt 100 Mio. Euro Umsatz hinter Jack Wolfskin die Nummer zwei auf dem deutschen Outdoormarkt, in diesem Jahr mit zweistelligen Umsatzeinbrüchen und mit einem Verlust. „Es fehlten einfach die zwei Monate Umsatz aus dem Frühjahr, und derzeit immer noch die Touristen“, sagte er. „Das tut in den Kassen weh.“ Sport und Outdoor hingen stark vom Fachhandel ab, weil beides beratungsintensiv sei. „Wenn man allerdings die zwei Monate Lockdown rausrechnet, hat der Sport die Umsätze des Vorjahres wieder erreicht.“  Artikel rund um das Thema Wandern liefen viel besser als etwa Skiausrüstung.

Seit über 200 Jahren gibt es das Familienunternehmen Schöffel aus Schwabmünchen, das 1804 einmal mit dem Verkauf von Strümpfen begonnen hat. Später betrieb die Familie dann ein Textilhaus. Vor einem halben Jahrhundert begann Hubert Schöffel, Regenjacken und Wanderhosen herzustellen. Der amtierende Chef Peter Schöffel, 57, hat das Outdoor-Unternehmen in jüngster Zeit noch einmal neu ausgerichtet und ist Anfang des Jahres in den Markt für Radbekleidung eingestiegen. „Der Bereich boomt“, sagte er.

Das Familienunternehmen ist seit jeher sozial engagiert. So hatte es im Lockdown im Gegensatz zu vielen anderen Marken die bestellte Ware aus Asien abgenommen und eingelagert. Das allein hat Schöffel 5 Mio. Euro an Liquidität gekostet. „Aber es ist der menschlichere Weg in der Krise“, hat der Firmenchef dazu gesagt. Man müsse zudem immer aufpassen, dass eine Marke nicht verramscht werde. „Bei allem Onlineboom brauchen wir künftig die Fachhändler.“

Hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • was Peter Schöffel für die kommende Skisaison erwartet,
  • warum Schöffel über seine Lieferketten nachdenkt,
  • was Peter Schöffel im Winterurlaub vorhat.

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