ExklusivKKR-Europachef Huth verteidigt Umbau bei GfK

GfK-Zentrale in Nürnberg
Die Zentrale der GfK in Nürnberg.dpa

Johannes Huth, Europa-Chef des Beteiligungskonzerns KKR, hat den Konzernumbau beim Marktforschungsinstitut GfK verteidigt. „Ein solcher Umbau, wie er jetzt vom Vorstand angestoßen wurde, hat natürlich Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Doch wenn man das nicht anstoßen würde, hätte die Gesellschaft gar keine Zukunft mehr“, sagte Huth im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital (Ausgabe 4/2017, EVT 22. März). Der Sanierungsprozess bis zum Turnaround dürfte laut Huth noch einige Zeit andauern: „Das wird zwei, drei Jahre mindestens dauern.“

Capital-Cover 04/2018
Die neue Capital erscheint am 22. März

Der amerikanische Finanzinvestor KKR war im vergangenen Jahr beim größten deutschen Marktforscher GfK eingestiegen. Seitdem wurde bekannt, dass voraussichtlich rund ein Viertel der in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter entlassen und ein Großteil der deutschen Standorte geschlossen werden soll. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass darüber hinaus noch weitreichendere Umbaumaßnahmen folgen könnten.

In dieser Woche wurde nun bekannt, dass die GfK künftig beim Konzernumbau auch eng mit dem US-Konzern IBM zusammenarbeiten wird. Dabei geht es vor allem um die Auslagerung von automatisierten Prozessen bei der Datenerfassung.

Das 1934 gegründete Unternehmen war in den vergangenen Jahren vor allem durch die Digitalisierung in die Krise geraten. In der Marktforschungsbranche sind eine Reihe von Start-ups entstanden, die den deutschen Marktführer unter Druck setzen. Im vergangenen Jahr wurde die GfK nach über 18 Jahren – auf Betreiben des neuen Investors KKR – von der Börse genommen.

KKR-Europachef Huth betonte im Gespräch mit Capital den großen Handlungsbedarf beim Thema digitale Transformation: „Wir wollen dem Verein, der weiterhin der Mehrheitsaktionär ist, helfen, diese Firma ins digitale Zeitalter zu bringen. Dort war bislang nicht mal die Ermittlung der Mediennutzung voll digitalisiert“, sagte Huth. Dieser Umbau brauche jedoch Zeit: „Die GfK ist wie ein großer Tanker, der dreht sich nicht so schnell.“ Grundsätzlich betonte Huth jedoch, dass er an das Nürnberger Unternehmen glaubt: „Die Marke und die Expertise sind fantastisch.
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