Fintech4,4 Milliarden Euro in drei Monaten – Europas Fintechs im Funding-Fieber

Sie hat es geschafft: Anne Boden konnte für ihre Neobank Starling zu einer Milliardenbewertung Kapital einsammelnPR

Es ist, als hätten Startup-Investoren sich plötzlich zusammengetan und entschieden: Das Geld soll nach Europa fließen. Fintech-Startups bekommen derzeit so viel Aufmerksamkeit wie nie zuvor.

Vor allem US-Geldgeber suchen nach den heißen Fintech-Wetten, denn die Unternehmensbewertungen sind noch nicht so hoch wie auf dem Heimatmarkt. „Investoren bekommen gerade in Europa Anteile an vielversprechenden Startups zu Konditionen, die in den USA derzeit nicht mehr denkbar sind“, sagt Romain Grimal vom französischen VC BlackFin Tech. Hinzukommt, dass Firmen wie der Banking-Software-Anbieter Mambu oder der Payment-Pionier Klarna zeigen, dass sie das Zeug haben, sich global auszubreiten.

Diese Entwicklung schlägt sich in den Zahlen nieder: Im ersten Quartal 2021 steckten Wagniskapitalgeber 4,4 Milliarden Euro in 133 europäische Finanz-Startups – mehr als doppelt so viel Geld wie im Vorjahreszeitraum (zwei Mrd. Euro). Das zeigt eine Auswertung, die BlackFin Tech für Finance Forward erstellt hat. Zum Vergleich: 2020 waren es ingesamt rund 6,5 Milliarden, 2019 kamen europäische Fintechs auf 8,8 Milliarden Euro.

Renommierte US-Investoren würden zunehmend im Frühphasenbereich auf europäische Startups setzen, beobachtet Grimal. „Und wenn ein Sequoia anklopft, dann sagt kein Startup ab.“ Der Venture Capitalist (VC) hinter US-Fintechgrößen wie Robinhood, Stripe und Paypal streckt seine Fühler immer stärker nach Europa aus, im vergangenen Jahr eröffnete Sequoia ein Büro in London und habe mit der gehypten Anlage-App Trade Republic verhandelt, berichtete Deutsche Startups. Auch Iconiq Capital, das Family Office von Tech-Größen wie Mark Zuckerberg, fahndet nach europäischen Firmen und sucht zurzeit einen deutschen Partner, wie das Branchenmedium Deutsche Startups ebenfalls berichtete.

Früher waren diese VC-Firmen aus den USA eher nur für größere Beteiligungen in Europa zu begeistern, inzwischen tätigen sie bereits einige kleine Investments unter dem Radar, so Grimal. Das beweise die Reife und gesteigerte Attraktivität des europäischen Marktes.

Wer profitiert besonders in den jüngsten Finanzierungsrunden? Und wo sitzen die meisten Start-ups hinter den Fintech-Deals? Das lesen Sie heute auf Finance Forward, dem Finanzportal von Capital und OMR. Für den täglichen Newsletter können Sie sich hier anmelden.