StromerzeugungDiese Länder sind bei der Produktion von Atomenergie führend

Atomenergie feiert ein Comeback. Jahrzehntelang galten Kernkraftwerke als gefährliche, zivile Relikte des atomaren Wahns seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 und zuletzt das Unglück von Fukushima 2011 verdeutlichten die verheerende Zerstörungskraft der Kernkraft. Die Entwicklung schien eindeutig. Im Sommer 2011 beschloss die Bundesregierung den stufenweisen Atomausstieg bis 2022. Die erst im Herbst 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerungen für deutsche Kernkraftwerke wurden zurückgenommen.

Nun aber wendet sich das Blatt. Ausgerechnet der Schutz der Umwelt bringt Atomenergie als vermeintlich saubere Alternative zu Gas und Erdöl wieder positiv ins Gespräch. Kernkraft – so ihre Anhänger – kann die notwendige, verlässliche Ergänzung zu erneuerbaren Energien bieten und damit die Energiewende möglich machen.

Atomenergie im Aufwind

Die Effekte des Imagewandels zeigen sich bereits. 2018 wurde weltweit 2,4 Prozent mehr Atomkraft produziert als im Vorjahr, wie der britische Erdölkonzern BP in seiner Bilanz „Statistical Review of World Energy 2019“ berichtet. Das sei der stärkste Zuwachs seit 2010 gewesen. Ebenfalls auf den höchsten Stand seit 2010 stieg die Gesamtmenge der produzierten Atomenergie. Weltweit wurden laut BP 2701,4 Terawattstunden (Tera = Billion) generiert. Das Allzeithoch lag den Angaben zufolge bei 2803,6 Terawattstunden im Jahr 2006. Fast Dreiviertel der 2018 produzierten Atomkraft entfielen auf die OECD. Allein Europa und Nordamerika steuerten jeweils rund ein Drittel zur weltweiten Bilanz bei.