ExklusivDeutsche Führungskräfte sehen sich bei Digitalisierung vorn

Mit der digitalen Transformation ist quasi jedes Unternehmen konfrontiertMarkus Spiske on Unsplash

Es ist ein beliebte Klage: Die Deutschen seien digital abgehängt, auf dem Niveau eines Entwicklungslands und Lichtjahre entfernt von Vorreitern wie Estland oder Südkorea. Tatsächlich gibt es deutlich spürbare Probleme beim Ausbau von Breitbandinternet, der Online-Zugänglichkeit von Verwaltung oder digitaler Bildung in Schulen.

Zumindest in den Unternehmen scheint es aber voranzugehen. Das zumindest legt eine aktuelle Studie der Marktforschungsfirma IDC im Auftrag der US-Softwarefirma Workday nahe, in der 400 digitale Führungskräfte aus Unternehmen in fünf europäischen Ländern befragt wurden, und die Capital.de vorab vorlag.

So bestätigen 66 Prozent der befragten deutschen Manager, ihr Unternehmen durchlaufe bereits einen digitalen Transformationsprozess des Kerngeschäfts – nur in Schweden gibt es einen ähnlich hohen Wert. In den Niederlanden liegt der Anteil bei 58 Prozent, in Frankreich und Großbritannien bei 55 beziehungsweise 54 Prozent.

Bei 14 Prozent der Befragten in Deutschland steht der Digitalisierungsprozess kurz vor dem Start, 12 Prozent stecken in der Planung und bei nur 5 Prozent gibt es keine entsprechenden Pläne. Über alle fünf Länder hinweg liegt der Anteil der Befragten, deren Unternehmen sich schon mitten in der Transformation befinden, bei 59 Prozent.

Jedoch: Worte sind das eine, Taten das andere. In der Digitalisierungs-Trendstudie des Digitalverbands Bitkom gaben zuletzt nur vier Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie zwischen 10 und 20 Prozent ihres Gesamtumsatzes in die digitale Transformation stecken würden. Im Durchschnitt werden gerade mal 4,6 Prozent des Umsatzes darauf verwandt.