Capital BriefingDas müssen Sie über die Deutsche Bank wissen

Es ist der radikalste Schritt seit Jahrzehnten: Anfang Juli hat die Deutsche Bank unter Konzernchef Christian Sewing bekanntgegeben, dass sie 18 000 Stellen streichen, den Vorstand umbauen und ganze Geschäftsbereiche schließen will.

Die Kosten für den Umbau sollen sich bis 2022 auf etwa 7,4 Milliarden Euro summieren. Am Mittwoch hat die Bank deshalb einen Verlust nach Steuern für das zweite Quartal von 3,1 Milliarden Euro verkündet.

Zum jüngsten Strategiewechsel hat Capital sieben Artikel zusammengestellt, mit allem, was Sie über die Deutsche Bank, ihre Entwicklung und ihr Missmanagement wissen müssen:

#1 Die Lage bleibt mies

Die Umbaupläne der Deutschen Bank sind umfassend: Bis 2022 sollen die Ausgaben durch den massiven Stellenabbau um 6 Milliarden Euro sinken. Zudem streicht die Bank im Investmentbanking ihr Handelsgeschäft zusammen, während sie ein neues Segment aus ihrer Transaktionsbank und dem Firmenkundengeschäft formt. „Der Plan ist richtig, aber die Probleme bleiben riesig“, bilanziert Capital-Redakteur Lukas Zdrzalek in seiner Analyse.

Konzernchef Christian Sewing bei der Jahresmedienkonferenz seines Instituts
Konzernchef Christian Sewing bei der Jahresmedienkonferenz seines Instituts

#2 Attacke aus dem Ausland

Während der Umbau viele hausgemachte Probleme der Deutschen Bank angeht, setzen andere Institute das Geldhaus währenddessen weiter unter Druck. Mit Kampfkonditionen für Firmenkunden drängen etwa ausländische Banken auf den deutschen Markt. Lesen Sie hier, was die massive Konkurrenz für hiesige Geldhäuser bedeutet.

Auslandsbanken drängen auf den deutschen Markt
Auslandsbanken drängen auf den deutschen Markt

#3 Die große Gefahr: die Konjunktur

Die schwächelnde Konjunktur strapaziert den deutschen Bankensektor zusätzlich zum beinharten Wettbewerb – und trifft auch die Deutsche Bank. Für mögliche Kreditausfälle werden die Institute künftig mehr Geld zurücklegen müssen. Lesen Sie hier, wie sich der Abschwung bei den Geldhäusern bemerkbar machen wird.

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#4 Der Konflikt mit dem Großaktionär

Neben den bestehenden Herausforderungen muss die Deutsche Bank auch noch eine Auseinandersetzung mit dem US-Fonds austragen. Der Großaktionär der Bank will das Geldhaus dazu drängen, riskanter anzulegen. Teile des Konzerns scheuen den Schritt allerdings. Lesen Sie hier mehr über den Konflikt.

Der US-Großinvestor Ceberus hat neue Pläne für den Deutsche-Bank-Konzern
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#5 Der Vorstandsnotstand der Bank

Die Frage ist bloß: Wie konnte das einst so stolze Geldhaus in eine solch miserable Lage geraten? Mitentscheidend ist die Personalpolitik des Geldhauses, findet Capital-Kolumnist Bernd Ziesemer, und zählt anlässlich des Umbaus mal durch, wie viele Vorstände schon gehen mussten. Lesen Sie hier, was hinter den ständigen Personalwechsel steckt.

Nach der Ankündigung der Umbaupläne müssen auch drei Vorstandvorsitzende gehen
Nach der Ankündigung der Umbaupläne müssen auch drei Vorstandsvorsitzende gehen

#6 Die Aktionäre sind die wahren Versager

Seit 2012 ist Paul Achleitner Aufsichtsratschef der Deutschen Bank. Noch im Mai wurde er mit einem überraschend guten Ergebnis in seinem Amt bestätigt. Dabei ist der Aktienkurs der Blaubank seit Achleitners Amtsantritt um 75 Prozent abgestürzt. Lesen Sie hier, warum die Aktionäre eine Mitschuld an der Misere der Bank tragen – weil sie nicht bereit sind, Konsequenzen beim Management zu ziehen.

Deutsche Bank-Aufsichratschef Achleitner
Deutsche-Bank-Aufsichratschef Achleitner

#7 Der simulierte Wandel

In seinem Kommentar fragt Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar nach dem „Kern des Scheiterns“ der Deutschen Bank. Seine Bilanz: Sie hat sich in all den Jahren nie wirklich geändert – und den Wandel immer nur vorgegaukelt, ihn aber nie exekutiert. Lesen Sie hier, warum.

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