WeinWarum Roséwein unbedingt auch Männersache ist

Der UP Ultimate Provence Rosé ist die Empfehlung von Julian Schroll (Club Lavender)
Der UP Ultimate Provence Rosé ist die Empfehlung von Julian Schroll (Club Lavender)Club Lavender

Lange galt Roséwein als „Frauengetränk“ und war allenfalls in den Ferien oder auf einer Gartenparty im Hochsommer auch mal Männersache. Doch wie so viele Klischees wird auch dieses allmählich etwas schal. Das mag mit einer jüngeren Generation von Weintrinkern zu tun haben, die sich von archetypischen (Gender-)Schranken befreien und einfach trinken, was ihnen schmeckt. Ganz gleich welche Farbe es hat. Schließlich, könnte man flapsig theoretisieren, wuchsen viele von ihnen mit dem rosafarbenen Energydrink Red Bull auf.

Ein weiterer Grund, sagt Julian Schroll, der sich mit Club Lavender auf den Online-Verkauf von Roséweinen spezialisiert hat, liegt in einer über die Jahre deutlich gestiegenen Güte und Vielschichtigkeit des Angebotes. Hochwertige Roséweine, betont der Berliner Webshop-Gründer, werden beispielsweise im Barrique-Fass ausgebaut und sind vor allem eines nicht mehr: klebrig süß.

Das Pink „in“ ist beweist auch die Statistik des Deutschen Weininstituts (DWI) in Bodenheim, nach der Roséweine mit geprüfter Qualität erneut in Beliebtheit und Abverkauf zulegten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Menge 2020 um neun Prozent auf rund eine Million Hektoliter, Roséweine machen damit 13 Prozent (plus ein Prozent) aller qualitätsgeprüften Weine aus. Insgesamt trinkt man in Deutschland übrigens konstant zu 48 Prozent trockene Weine, zu 21 halbtrockene und zu 30 Prozent liebliche und süße Tropfen. Der zu 100 Prozent fehlende Rest wird ohne Geschmacksangabe verkauft.

Über seine Ansichten zum Thema „Roséwein: Reiz und Vorurteil“ spricht Julian Schroll im Interview mit Capital. Und nicht vergessen: Am 14. August wird weltweit der „Tag des Rosé“ gefeiert.

Julian Schroll vom Club Lavender
Julian Schroll vom Club Lavender

Lange Zeit haben Männer gezögert, einen Roséwein zu bestellen. Warum eigentlich?

Früher wurde Rosé meist eher lieblich, teilweise recht süß ausgebaut. Das schmeckte eher den Frauen, während Männer oft eher sehr trockene, von Tanninen strotzende – kratzige – Weine bevorzugten. Auf dieses Geschmacksprofil passte eigentlich kaum ein Rosé auf dem Markt. Das hat sich allerdings über die letzten Jahre extrem geändert. Inzwischen ist die Mehrheit der Roséweine trocken ausgebaut und die Auswahl an qualitativ hochwertigen, seriösen Kreationen stark gewachsen. Rebsorten wie Grenache und Syrah sorgen für die nötige Power. Und siehe da, allmählich entdecken Männer den Rosé für sich und es kursieren im englischsprachigen Raum Wortschöpfungen wie „Brosé“.

Was ist zögerlichen Weintrinkern bisher entgangen?

Die Vielseitigkeit und Eleganz des Roséweins, wie sie beispielsweise die Winzer in der Provence bieten. Eine perfekte Kombination aus Frische, Textur und Tiefe. Durch die roten Trauben besitzt Rosé deutlich mehr Tannine als Weißwein, zugleich aber Frucht und animierende Säure. Das passt bestens zu deftigem Essen wie Steaks oder scharfen Thai-Currys. Roséwein ist für mich Sonne und Glück in einer Flasche. Ein Schluck und man fühlt sich wie in Saint-Tropez oder auf Ibiza. Man kann ihn aber wunderbar das ganze Jahr über trinken, nicht bloß in heißen Monaten oder im Urlaub.

Verraten Sie uns Ihren liebsten Rosé.

Mein derzeitiger Favorit ist der UP Ultimate Provence Rosé vom Weingut Château de Berne, das am Rande des Naturschutzgebietes „Maures“ liegt, eine halbe Autostunde von Saint-Tropez entfernt. Der Name sagt eigentlich schon alles: Dieser Wein aus Syrah, Cinsault und Grenache ist erfüllt vom Aroma und der Leidenschaft der Region. Fruchtige und florale Noten, intensive Frucht, mineralische Frische, würzige Pfeffernoten und ein sanfter Schmelz auf der Zunge. Wow! Die beste Trinktemperatur für einen Roséwein sind übrigens zwischen 8 und 10 Grad.