ModeUmfrage: Nur jeder Vierte trägt im Büro einen Anzug

Umfrage: Nur jeder Vierte trägt im Büro einen Anzug
Der Anzug ist längst nicht mehr das klassische Büro-Outfit. ruthson_zimmerman/unsplash

Der Anzug verkörperte einst Macht und Seriosität. Undenkbar, dass sich ein Politiker oder ein Manager ohne Jackett oder gar in „Freizeitkleidung“ bei offiziellen Terminen zeigte. Mittlerweile wird Souveränität nicht mehr nur an der Kleidung festgemacht. Seitdem Menschen in Hoodies und Sneakern einflussreicher sind als Schlipsträger, haben sich auch in Outfit-Fragen die Maßstäbe verschoben.

Anzug: Kirche statt Büro

Heute sind Anzug oder Kostüm in deutschen Büros die Ausnahme. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov trägt gerade einmal jeder vierte Deutsche im Büro noch die klassische Job-Uniform. Das mag vor allem an gelockerten Kleidungsvorschriften liegen. Vermutlich gibt es aber auch schlicht mehr Jobs in Branchen, die grundsätzlich legere Outfits bevorzugen.

Bei diesen Anlässen wird noch ein Anzug/Kostüm getragen:

  1. Taufe, Hochzeit, Beerdigung: 51 Prozent
  2. Oper, klassisches Konzert, Theater: 38 Prozent
  3. Schulabschluss, Uniabschluss: 34 Prozent
  4. Büro: 24 Prozent
  5. Kirche: 16 Prozent
  6. Date: sechs Prozent
  7. Party, Disco: fünf Prozent

Frauen greifen übrigens sehr viel häufiger zu Kostüm oder Anzug – ob aus freien Stücken oder weil es der Arbeitgeber verlangt, bleibt offen. 28 Prozent der Frauen, aber nur 19 Prozent der Männer gaben in der Umfrage an, im Büro konservativ-klassisch gekleidet zu sein.

Ältere Menschen trauern Anzug hinterher

Das Bedauern über lockere Kleidungsvorschriften hält sich bei jüngeren Menschen in Grenzen. Bei den 18- bis 24-Jährigen fand es nur etwa jeder vierte (27 Prozent) schlecht, dass der Anzug oder das Kostüm an Bedeutung verloren haben. Je älter die Befragte, desto größer fiel das Bedauern aus. Bei der Generation 55plus waren es bereits 43 Prozent, die dem Anzug nachtrauern. Am höchsten war die Zustimmung für legere Büro-Outfits mit 41 Prozent bei den Befragten zwischen 25 und 34 Jahren.

Die Umfrage unter 5377 Teilnehmern ist den Angaben zufolge repräsentativ für deutsche Erwachsene.