ZeitfragenKim-Eva Wempe: „Ich würde mir mehr Zeit fürs Reisen nehmen”

Kim-Eva Wempe
Kim-Eva WempeWempe

Kim-Eva Wempe ist die Urenkelin des Firmengründers Gerhard Diedrich Wempe, 2003 übernahm sie das operative Geschäft des in Hamburg beheimateten Juweliers und Uhrenspezialisten von ihrem Vater Hellmut Wempe. Seit 2005 gehört die Sternwarte in Glashütte dazu, in der die eigenen Uhren der Marke gefertigt werden. Jüngstes Projekt: das Modell „Stahl 1“ in Zusammenarbeit mit Herbert Grönemeyer.

Wofür würden Sie sich gerne mehr Zeit nehmen?

Ich würde mir mehr Zeit für das Reisen nehmen. Es gibt noch so viele faszinierende Orte, die ich noch nie besucht habe, wie zum Beispiel mein nächstes Reiseziel: Äthiopien.

Was bedeutet für Sie Entschleunigung?

Einmal nicht per E-Mail, Smartphone oder über irgendeinen Messenger-Dienst erreichbar zu sein. Ich gehe als Ausgleich zum meinem Alltag gern um die Alster spazieren oder unternehme außergewöhnliche Wanderungen. Im letzten Jahr bin ich mit einem Jugendfreund, der nach La Réunion ausgewandert ist, über 800 Meter in die alten Sklavenverstecke der Insel abgestiegen.

In der Hektik des Alltags vergißt man viel zu oft…

… seine Zeit ganz bewusst anderen zu schenken.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, in welches Jahr würden sie reisen – und warum?

In das Jahr 1878, das Gründungsjahr unseres Familienunternehmens. Ich würde mich gerne mit meinem Urgroßvater Gerhard Diedrich Wempe, genannt „Gülden Gerd“, über seine Motivation unterhalten, Unternehmer zu werden.

Wie sieht für Sie die Uhr der Zukunft im Jahr 2100 aus?

Ungefähr wie die Ikonen von heute – aber in einem ganz neuen Design und zeitgemäß interpretiert.

Wofür schlägt ihr Herz: Handaufzug, Automatik, Quartz, Digital oder Smart?

Für den Handaufzug und Automatikuhren.

Welchen Tag und/oder welche Uhrzeit werden sie nie vergessen?

Die Geburtstage meiner beiden Kinder.

Ihr liebstes Buch mit Uhren-Bezug?

„Längengrad“, ein mitreißender Wissenschaftsroman der „New York Times“-Redakteurin Dava Sobel.

Ihr liebster Film, bei dem es um Zeit oder Uhren geht?

Das Video „The Clock“ von Christian Marclay, für das der Performance-Künstler tausende Clips der Kinogeschichte collagiert hat, in denen Uhren zu sehen sind.

Die größte Herausforderung
… für einen Uhrmacher heute?

Heute wie gestern: Geduld, Passion und Kreativität.

… für die Uhrenbranche insgesamt?

Den Kunden und seine Wünsche in den Vordergrund zu stellen.

… in ihrem derzeitigen Job?

Die digitale Transformation.