Duft des Erfolgs„Düfte für Männer sind heute viel mehr als nur eine Challenge“

Wie riecht die Liebe? Haben wir Olivier Polge von Chanel gefragt
Wie riecht die Liebe? Haben wir Olivier Polge von Chanel gefragtChanel


Wie riecht eigentlich die Liebe? Und was hat ein Parfüm wie „Chanel No. 5“ zum absoluten Klassiker werden lassen? Diese und weitere Fragen stellen wir in unserer neuen Serie „Duft des Erfolgs“ den großen Parfümeuren der Beauty-Branche. Zum Auftakt der Interviewreihe erzählt uns Olivier Polge von Chanel, wie seine Kindheit riecht und in welchen Duft wir uns auch 2030 noch einhüllen. Polge wurde 1974 in der französischen Duftstadt Grasse geboren. Nach einem Studium in Kunstgeschichte ist er seinem Vater Jacques in den Beruf des Parfümeurs gefolgt. 2013 trat er bei Chanel dessen Nachfolge an.


Capital: Welcher Duft motiviert Sie am Morgen?

Olivier Polge: Ich starte am liebsten mit dem Duft von Kaffee in den Tag.

Welche Note/Komposition ist ideal für einen CEO? Warum?

Ich denke, da gibt es keine perfekte Komposition. So wie es auch kein „perfektes Profil“ für einen CEO gibt. Da lasse ich mich lieber überraschen.

Welcher Geruch beschreibt Ihre Kindheit?

Ich habe die schönsten Erinnerungen an meine Kindheit in Grasse, das im Süden Frankreichs liegt. Besonders während der Sommerferien, dann war die Luft erfüllt von den Aromen von Thymian, Rosmarin und Lavendel.

Die neuste Kreation des Chanel-Parfümeurs: „Bleu de Chanel“
Die neuste Kreation des Chanel-Parfümeurs: „Bleu de Chanel“

Welche Duftzutat/Welcher Rohstoff inspiriert Sie gerade besonders?

Bei Chanel sind wir immer sehr achtsam mit unseren Inhaltsstoffen. Sie sind für uns so wichtig wie Farben für einen Maler. Ich habe gern meine ganz eigene Palette, daher interessiere ich mich für Hölzer und Balsame, aber auch für neue, hochtechnisierte Extraktionsverfahren, die uns ermöglichen, besonders seltene Noten zu erhalten.

Welche Note ist leider in Vergessenheit geraten?

Ich bin nicht sonderlich nostalgisch. Wir vergessen eigentlich nie wirklich, weshalb es umso wichtiger ist, immer wieder etwas Neues zu erschaffen.

Welches Parfüm tragen Sie privat sehr häufig?

Ich trage keine Düfte während der Arbeit, weil ich einen klaren Geruchssinn benötige. Aber am Wochenende gefällt mir unser „Pour Monsieur“ sehr gut.

Was können Sie wirklich nicht mehr riechen?

Ich glaube eher daran, dass alles seinen Moment hat.

In aller Kürze: Wie duftet … Glück?

Frisch und prickelnd, wie es nur Zitrusdüfte können

… Erfolg

Stark und kraftvoll wie edle Hölzer.

… Liebe

Weich, warm und mit einem Hauch Amber.

… Geld?

Geld riecht oder stinkt nicht, sagt man. Und in einer Zeit, wo wir mit Plastikkarten, per App oder online bezahlen, trifft das umso mehr zu, denke ich.

… Stille?

Das ist eine sehr intimes Gefühl, vielleicht am besten ausgedrückt mit einem Duft, der uns sachte umhüllt, wie das persönliche Lieblingsparfüm.

… Spaß?

Dafür müssen mehrere unterschiedliche Noten zusammenkommen: frisch plus warm, trocken und süß …

Was ist die spezielle Herausforderung in der Männer-Parfümerie?

Düfte für Männer zu machen, ist heute viel mehr als nur eine Challenge. Es gibt so viel mehr Freiheiten als früher, und das macht eine nie gekannte Bandbreite von Düften möglich.

Der Klassiker: Der Duft „Chanel No. 5“
Der Klassiker: Der Duft „Chanel No. 5“

Welches Parfüm werden wir im Jahr 2030 aufsprühen?

Ich hoffe, das wird immer noch „Bleu de Chanel“ sein.

Welches Parfüm ist Ihr absoluter Evergreen, ein zeitloser Klassiker?

Keine Frage: „Chanel N°5“!