GehaltWo der Gender Pay Gap besonders groß ist

Symbolbild Gender Pay GapIMAGO / Panthermedia

Warum Frauen im Einzelfall weniger verdienen als Männer, kann viele gute Gründe haben. Fakt aber ist: Von einer Gleichstellung beim Einkommensniveau ist Deutschland weiterhin weit entfernt. Der sogenannte Gender Pay Gap belief sich laut dem Statistischen Bundesamt 2020 auf durchschnittlich 18 Prozent je Stunde. Dass es auch anders geht, zeigen die Unterschiede beim Bruttostundenverdienst in Ostdeutschland (nur sechs Prozent) und Westdeutschland (20 Prozent). Grundsätzlich besser gestellt scheinen Frauen auch im öffentlichen Dienst zu sein. Der Verdienstabstand lag hier laut der Behörde bei sieben Prozent. In der Privatwirtschaft seien es hingegen 20 Prozent gewesen.

Größter Gender Pay Gap

Auch in den einzelnen Branchen fiel der Verdienstunterschied sehr unterschiedlich aus. Dies waren laut dem Statistischen Bundesamt die Branchen mit dem größten Gender Pay Gap 2020:

  • Kunst, Unterhaltung und Erholung: 31 Prozent
  • Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen: 27 Prozent
  • Gesundheits- und Sozialwesen: 24 Prozent
  • Banken und Versicherungen: 23 Prozent
  • Information und Kommunikation: 23 Prozent
  • Verarbeitendes Gewerbe: 22 Prozent
  • Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz: 21 Prozent

Niedrigster Gender Pay Gap

„Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verdienstabstand bis zum Jahr 2030 auf zehn Prozent zu senken“, teilten die Statistiker mit. Diese Branchen sind den Angaben zufolge mit einem vergleichsweise geringen Gender Pay Gap bereits am Ziel:

  • Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen: zwei Prozent
  • Verkehr und Lagerei: fünf Prozent
  • Gastgewerbe: acht Prozent
  • Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden: je acht Prozent

„Hier waren allerdings nur wenige Frauen beschäftigt“, schränkten die Statistiker ein – und kamen zu dem ernüchternden Urteil: „In keinem einzigen Wirtschaftszweig verdienten Frauen mehr als Männer.“

 


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