BerufTeilzeit bis Sabbatical: Arbeitszeitmodelle im Überblick

Teilzeit bis Sabbatial: Arbeitszeitmodelle im Überblick
Mittlerweile gibt es genügend Alternativen zur klassischen 40-Stunden-Woche.

Flexible Arbeitszeiten schaffen Freiräume, können aber auch zur Belastung werden. Umso wichtiger ist es, dass Beschäftigte wissen, welche Alternativen es zur klassischen 40-Stunden-Woche bis zur Rente gibt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin listet in einem Ratgeber 16 flexible Arbeitszeitmodelle auf. Wir zitieren aus den Definitionen.

#1 Teilzeit:

Teilzeitarbeit ist jedes Arbeitsverhältnis, bei dem die Arbeitszeit geringer ist als die betrieblich vereinbarte Regelarbeitszeit. Praktisch sind damit Beschäftigungsverhältnisse zwischen 10 und 20 Stunden pro Woche, die klassische Halbtagsstelle, aber auch vollzeitähnliche Arbeitsverhältnisse von mehr als 30 Wochenstunden gemeint.

#2 Jobsharing:

Hier teilen sich zwei oder mehr Beschäftigte einen Arbeitsplatz und die Arbeitszeit. Das muss nicht unbedingt ein Vollzeitarbeitsplatz mit 38 Stunden sein. Es können auch zwei oder mehrere Beschäftigte eine Funktion mit zum Beispiel 60 Stunden Zeitaufwand ausfüllen.

#3 Altersteilzeit:

Altersteilzeit ermöglicht den gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand, indem die Arbeitszeit reduziert wird. So kann die tägliche Stundenzahl vermindert werden, oder es wird nur an bestimmten Tagen der Woche oder im wöchentlichen oder monatlichen Wechsel gearbeitet.

#4 Kurzarbeit:

Kurzarbeit ist kein freiwillig gewähltes Arbeitszeitmodell. Sie bietet vielmehr Unternehmen in Abstimmung mit dem Betriebsrat die Möglichkeit, die betriebsübliche Arbeitszeit herabzusetzen. Ziel ist dabei, einen vorübergehenden Arbeitsmangel zu überbrücken und Entlassungen zu vermeiden. Um den Lohnausfall auszugleichen, beziehen die betroffenen Beschäftigten Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit.

#5 Mehrarbeit:

Darunter ist jede Arbeit zu verstehen, die Beschäftigte über die gesetzlich, tariflich oder vertraglich geregelte Arbeitszeit hinaus leisten, das heißt in der Regel alles, was über acht Stunden am Tag hinausgeht. Auch bei Mehrarbeit gilt das Arbeitszeitgesetz, das heißt länger als zehn Stunden pro Tag darf nicht gearbeitet werden. Die entsprechenden Fristen für den Zeitausgleich müssen zudem beachtet werden.

#6 Gleitzeit:

Im Regelfalls umfasst das Gleitzeitmodell eine Kernarbeitszeit mit allgemeiner Anwesenheitspflicht und die sogenannten Gleitzeitspannen. Innerhalb dieser können die Beschäftigten selbst bestimmen, wann sie mit der Arbeit beginnen und aufhören. Damit gewinnen die Beschäftigten je nach Vereinbarung Einfluss auf Lage und Dauer der täglichen, wöchentlichen oder auch monatlichen Arbeitszeit.

#7 Funktionszeit:

Als Variante des Gleitzeitmodells wird das Funktionszeitmodell auch als „variable Arbeitszeit“ oder als „zeitautonome Arbeitsgruppe“ bezeichnet. Es kennt keine verpflichtenden Anwesenheitszeiten (Kernzeit) für die einzelnen Beschäftigten, sondern legt betrieblich vereinbarte Funktionszeiten fest. Zu diesen Zeiten müssen die jeweiligen Betriebsbereiche funktionsfähig sein.