Corona-HilfenSo viel darf man bei staatlichen Leistungen hinzuverdienen

Wegen der Corona-Krise müssen immer mehr Betriebe Kurzarbeit anmelden
Wegen der Corona-Krise müssen immer mehr Betriebe Kurzarbeit anmeldenimago images / Sven Simon

Hinzuverdienst beim Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung will den Bezug von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise von 12 auf 24 Monate verlängern. Damit könnte Kurzarbeitergeld bis Ende 2021 gewährt werden. Die Agentur für Arbeit zahlt die staatliche Hilfe, um Lohnverluste zum Teil auszugleichen. Betroffene dürfen einen Nebenjob aufnehmen, um die Haushaltskasse aufzubessern. Wegen der Pandemie greift eine Sonderregelung. Bis 31. Dezember 2020 (Stand: August 2020) gilt: Eine während der Kurzarbeit aufgenommene Nebenbeschäftigung wird nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Allerdings dürfen Kurzarbeitergeld und Nebenjob nicht über dem bisherigen Monatseinkommen liegen. Ausnahme: „Bei geringfügiger Beschäftigung, den sogenannten 450-Euro-Jobs, erfolgt keine Anrechnung, auch über die Höhe des Sollentgelts hinaus“, informiert die Arbeitsagentur für Arbeit.

Hinzuverdienst beim Kindergeld

Ab September erhalten Familien einen Corona-Aufschlag zum Kindergeld in Höhe von 300 Euro. Kindergeld gibt es bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Der Staat unterstützt volljährige Kinder bei der Ausbildung (Schule, Studium, Lehre). „Ist es die erste Ausbildung, spielt weder Einkommen noch Umfang eines nebenbei ausgeübten Jobs eine Rolle“, teilt der DGB Rechtsschutz mit. Ab der zweiten Ausbildung entfalle bei einer längerfristigen Beschäftigung über 20 Stunden pro Woche der Anspruch auf Kindergeld jedoch.

BAföG

Studenten, die in der Corona-Krise auf BAföG angewiesen sind, müssen Hinzuverdienstregeln beachten. Keine Kürzungen gibt es laut DGB Rechtsschutz, wenn der Bezieher unter 5400 Euro im Jahr (durchschnittlich 450 Euro pro Monat) verdient. Das gelte aber nur für abhängig Beschäftigte. Bei Selbstständigen sei die Verdienstgrenze niedriger, da die Werbungskostenpauschale nicht geltend gemacht werden könne.

Elterngeld

In der Elternzeit ist ein Teilzeitjob von bis zu 30 Stunden pro Woche erlaubt. Der Verdienst werde allerdings immer voll auf das Elterngeld angerechnet, warnt der DGB Rechtsschutz. Das gelte hier auch für Minijobs.

 


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