GastbeitragKI macht die Arbeit der Zukunft menschlicher

Symbolbild Millennials
Symbolbild Millennialsdpa

Ich erinnere mich kaum an ein Bewerbungsgespräch, in dem nicht über „Remote Working“, „Homeoffice“ oder „Sabbatical“ gesprochen wurde. Die Generation Y/Z hat andere Fragen und stellt persönliche Forderungen. Im Auswahlgespräch fordern Angehörige der jungen Generation selbstbewusst individuelle Freiheiten und flexible Arbeitszeiten ein. Die Bedeutung von Arbeit und Arbeitszeitmodellen stellen sie grundlegend auf den Kopf.

Anfangs läuteten die Alarmglocken bei mir. Gerade in einem Start-up geht es um jede Stunde und vollen Einsatz. Erst nach einer Weile habe ich verstanden, wie sehr die Produktivität mit der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter zusammenhängt. Und die lässt sich mit Technologie verbessern. Mit innovativen Technologien wie künstliche Intelligenz eröffnen sich für Unternehmen neue Wege, um sich stärker mit den Bedürfnissen der jungen Generationen auseinanderzusetzen. Der Mensch und seine Bedürfnisse und Fähigkeiten rücken wieder stärker in den Mittelpunkt der Arbeit.

Die Tech-Generation erwartet Flexibilität und Freiheit

Die Vorstellung von Freiheit und Individualität junger Menschen scheint von Jahr zu Jahr einen Quantensprung zu machen. Netflix statt Fernsehen, Uber statt Taxi, Airbnb statt Hotel. Alles perfekt zugeschnitten und monatlich kündbar, selbst die Tinder-Partner. Das zeigt sich auch in der Arbeitswelt: Eine internationale Studie von Deloitte zeigt, dass zwei von drei Millennials ständig den Job wechseln. Zudem werden Homeoffice, zeitliche Flexibilität und eine Job-Auszeit stark nachgefragt. Die Netflix- und Spotify-Generation ist es eben gewohnt, ein individuell-zugeschnittenes Angebot zu erhalten. Diese Erwartungshaltung spielt auch bei der Jobsuche eine zentrale Rolle. Die Arbeit muss perfekt zu den privaten Bedürfnissen passen. Ändern sich Vorlieben, hat der Rest mitzumachen oder wird ausgewechselt, auch der Job.

Der Wunsch nach Freiheit zeigt sich auch bei Zenjob. Über eine App schnappen Studenten sich Jobs in der Umgebung. Arbeitsstunden und -zeiten passen sich nicht nur dem Vorlesungsplan an, sondern auch den privaten Bedürfnissen. Über 50 Prozent unserer jungen Talente entscheiden sich erst zwei Tage vorher für einen Nebenjob. Sie sind deutlich flexibler als ältere Generationen. Für Unternehmen im Einzelhandel oder der Logistik ist das extrem wertvoll: Anders wären die Bedarfsschwankungen im Personalbereich gar nicht mehr zu regeln, ganz zu schweigen vom Planungsaufwand.

Das selbstbestimmte Arbeiten ist eine Revolte gegen traditionelle Arbeitszeitmodelle. Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, ein Modell zu finden, das den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter entspricht, aber auch mit dem eigenen Geschäftsmodell kombinierbar ist. Technologien können hierbei helfen. Das gilt sowohl für geistige als auch für körperliche Berufe. Gegenwärtig haben Personaler und Führungskräfte oft nicht die Zeit sich mit den individuellen Ansprüchen der Mitarbeiter auseinanderzusetzen. Deswegen gewinnen digitale Automatisierungsprozesse in der Human-Resources-Branche aktuell stark an Bedeutung. Wer Mitarbeiter einstellt, sollte sich künftig stärker auf den Menschen selbst konzentrieren und den Aufwand für administrative Personalaufgaben verringern.