Stilfragen„Im Zweifel lieber eine Stufe eleganter“


Mark Bezner ist Geschäftsführender Gesellschafter des Herrenmodeunternehmens Olymp Bezner. Bekannt ist die Firma aus Baden-Württemberg vor allem für ihre Herrenhemden.


Capital: Wie sieht für Sie moderne Businessmode aus?

Bezner: Der Kleidungsstil ist immer abhängig vom individuellen Geschmack des Trägers, weshalb die Mode auch mehrere Interpretationen zulässt. Neben schmalen Silhouetten, hochwertigen Materialien und der richtigen Kombination der einzelnen Stücke miteinander erachte ich gerade auch Trage- und Pflegevorteile für entscheidend. Funktionen wie Bügelfreiheit, Knitterarmut, Formbeständigkeit oder Atmungsaktivität verleihen dem Outfit erst den gewünschten Effekt. Mit entsprechenden Produkten bieten wir unserer anspruchsvollen Kundschaft selbst in dieser Hinsicht die Gewissheit, stets korrekt und dem Anlass entsprechend gekleidet zu sein.

Was sind Dos and Don’ts im Büro – ganz gleich ob an der Rezeption, in der Buchhaltung oder auf der Vorstandsetage?

Die Berufswelt steckt zuweilen voller Tücke, weshalb die Gefahr, kleidungstechnisch danebenzuliegen, in der Tat nicht zu unterschätzen ist. Daher ist es prinzipiell ratsam, sich am bestehenden Dresscode innerhalb des direkten Arbeitsumfelds zu orientieren und im Zweifel lieber eine Stufe eleganter aufzutreten als die Kollegen. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist aber in jedem Falle essentiell.

Was sind die wichtigsten neuen Trends der kommenden Saison für Businessmänner und -frauen?

Die Looks der Frühjahrssaison 2016 sind eher minimalistisch, erzeugen aber durch Besonderheiten in Schnittführung, Farbgebung und Verarbeitung dennoch maximale Spannung. Bei den Herrenhemden dominieren Prints in unterschiedlichster Ausprägung. Eine besondere Rolle in der Farbpalette nimmt die sommerliche Helligkeit ein, die sich in wie gekalkt wirkenden Pastelltönen widerspiegelt.

Stilikone Armani

Welche Klassiker sollte jeder Mann in seinem Kleiderschrank haben?

Eine Auswahl an reinweißen, bügelfreien Baumwollhemden in körpernaher Passform und mit Kent- oder Haifischkragen ist für die gepflegte Herrengarderobe unentbehrlich. Idealerweise weisen diese allesamt eine dezente Logostickerei in Form eines stilisierten „O“ auf Hemdenbrust oder Ärmelmanschette auf.

Welches Modestück verdient Ihrer Meinung nach ein Revival?

Im Zuge ständig wiederkehrender Retrowellen fällt mir spontan kein Teil ein, welches aufgrund längerer Abwesenheit dringend wieder reaktiviert werden müsste. Lediglich was die Passform von Herrenhemden anbetrifft, könnte es im Stil der 70er-Jahre durchaus noch etwas figurbetonter zugehen. Um die sich bereits seit einigen Saisons vollziehende Wiederbelebung dieses Trends zu vollenden, werden wir zur Jahresmitte mit „Olymp No. Six super slim“ eine fünfte Schnittadaption für Businesshemden im Markt lancieren.

Wer ist und bleibt für Sie ein modisches Vorbild, wer verdient Ihr Prädikat „Stilikone“?

Hier kommt mir immer wieder der italienische Modezar Giorgio Armani in den Sinn, den ich wegen seines sehr gradlinigen Bekleidungsstils schon seit Langem überaus schätze.

Welche modische Anschaffung war ihr bester Kauf/das langlebigste Geschenk?

Rahmengenähte Budapester-Maßschuhe haben sich für mich bereits mehrfach als lohnende Investition in die Zukunft bezahlt gemacht.

Jenseits des Dresscode: In welchem Outfit gehen Sie am Samstag zum Bäcker?

Ich vertrete die Auffassung, dass man bezüglich seines Äußeren niemals zu achtloser Nachlässigkeit neigen sollte, weshalb ich meine Garderobe stets mit Bedacht wähle – und sei es auch nur zum Brötchenholen. Hierbei fällt die Wahl häufig auf Jeans, Freizeithemd und Strickjacke.

Immer angemessen gekleidet

Ihre größte Stilsünde war…?

Rückblickend stelle ich fest, dass sich vieles, was ich einst mit sehr gutem Gefühl getragen habe, für mich wohl nicht wiederholen wird. Zu seiner Zeit war der jeweilige Stil meinem Empfinden nach aber immer angemessen, weshalb ich bis heute diesbezüglich keinerlei Schuldbewusstsein habe.

Wie kaufen Sie Mode: in der Boutique, im Kaufhaus oder online? Begründen Sie bitte Ihre Wahl.

Was diesen Punkt anbelangt, befinde ich mich in der komfortablen Lage, viele Artikel im Rahmen der Herrenoberbekleidung aus dem firmeneigenen Produktangebot auswählen zu können. Nachdem ich mit selbigem auch die Top-Adressen des deutschen Bekleidungsfachhandels beliefern darf, nutze ich deren Sortimente im Gegenzug auch bevorzugt zur darüberhinausgehenden Bedarfsdeckung.

Kurz & knapp: Krawatte oder Fliege?

Im Berufsalltag ziehe ich den Langbinder der Querschleife als Accessoire vor.

Rasur: trocken oder nass?

Der kultivierte Dreitagebart erfordert beide Arten.

Anzug: Doppel- oder Einreiher?

Die Zweiknopf-Variante des Einreihers ist in punkto Vielseitigkeit nicht zu toppen.  

Kaschmirmantel oder Outdoor-Jacke?

Mit einer der Jahreszeit angepassten Daunenjacke ist man für alle Eventualitäten optimal gerüstet.

Barfuß oder Lackschuh?

Nachdem nackte Füße im Berufsalltag gewiss zu erheblichen Irritationen führten, greife ich gerne zu erstklassigen Maßschuhen, um dadurch möglichst nahe an das Barfußgefühl heranzukommen.