StartupsHier gründet Frau am besten

Städterankings gibt es viele –  auch solche, die Voraussetzungen für erfolgreiche Unternehmensgründungen in den Mittelpunkt stellen. Der Women Entrepreneur Cities Index sieht noch etwas genauer hin: Die Untersuchung des IT-Konzerns Dell hat 50 Metropolen auf die Rahmenbedingungen für weibliche Gründerinnen untersucht. „Dabei geht es zum Beispiel um den Zugang zu Kapital, Ausbildungsmöglichkeiten und darum, ob Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung für Unternehmerinnen förderlich sind“, erklärt Doris Albiez, Geschäftsführerin von Dell EMC Deutschland.

 

 

Doris Albiez, Geschäftsführerin Deutschland bei Dell EMC

Unter den Top 20 finden sich viele US-amerikanische Metropolen, jedoch keine deutsche Stadt. Berlin und München verschlägt es auf die Plätze 21 und 31. „Leider wird in Deutschland vor allem im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch zu wenig getan. Da sind uns die USA, Kanada, Frankreich und Skandinavien weit voraus“, weiß Doris Albiez. Die Orte selbst seien im Ranking weniger entscheidend, als die dortige Kultur: „In Deutschland muss sich gesellschaftlich und kulturell viel ändern. Dass das Wort „Rabenmutter“ nur in unserer Sprache existiert kommt nicht von ungefähr. Frauen, denen sowohl Familie als auch Karriere wichtig ist, haben es schwer.“

Um das zu ändern, setzt Dell auf Kommunikation. Frauennetzwerke sollen helfen, Gleichgesinnte zu finden und Frauen in Entscheidungspositionen bringen, in denen sie selbst etwas verändern können. Für Deutschland sieht Doris Albiez weitere, konkrete Verbesserungsmaßnahmen: „Wir müssen den Zugang zu Kapital erleichtern, Gründerinnen mit Förderprogrammen unterstützen, und Mädchen schon in der Schule auch für MINT-Fächer begeistern.“

Gründung für mehr Flexibilität

Dabei fehlt es nicht nur an guten Bedingungen für Unternehmerinnen. Für viele Frauen sei die Selbstständigkeit, die einzige Möglichkeit, ihr Leben flexibler zu gestalten. Als Angestellte bei einem Unternehmen sei das oft nicht möglich. Doch in Hinblick darauf ist Doris Albiez zuversichtlich: „Die derzeitige Vollbeschäftigung in Deutschland wird zu einem Umdenken in Unternehmen führen. Arbeitgeber müssen sich schon heute um Arbeitnehmer bemühen. Wenn sich Firmen Frauen nicht zuwenden, werden sie in Zukunft große Probleme haben, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.“