New WorkCrowdwork: Diese 4 Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Symbolbild Büroarbeitimago images / Westend61

Crowdwork zählt zu den neuen Trends der Arbeitswelt: Dabei werden Aufgaben über einen offenen Aufruf per IT-Plattform an eine größere Anzahl von Bearbeitern vergeben. Das funktioniert auch intern und hat laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung mehrere Vorteile: Die Beschäftigten können zum Beispiel selbstbestimmter arbeiten und sich durch den Blick über den eigenen Bereich hinaus weiterentwickeln. Dies könne zu einer größeren Zufriedenheit und stärkeren Identifikation mit dem Unternehmen führen.

Für Firmen kann Crowdwork laut Studie mehr Flexibilität und Effizienz bringen. Das volle Potenzial der Belegschaft werde ausgeschöpft, Kooperationen über Abteilungen hinweg stärkten den Teamgeist. Viele Aufgaben würden schneller, günstiger und qualitativ besser erledigt.

Um Mehrbelastungen für die Belegschaft, das Arbeiten in der Freizeit und einen größeren Konkurrenzdruck untereinander zu vermeiden, müssten jedoch bestimmte Regeln beachtet werden, schreiben die Wirtschaftsinformatiker Jan Marco Leimeister, David Durward und Benedikt Simmert von der Universität Kassel in ihrer Untersuchung „Die interne Crowd -– Mitarbeiter/innen im Spannungsfeld neuer Arbeitsformen“.

Diese vier Aspekte sind demnach wichtig:

# 1 Einführung sorgfältig planen

Crowdwork lässt sich nicht von heute auf morgen durch bloße Ankündigung umsetzen. Das System muss man individuell an das Unternehmen anpassen – das ist mit hohem Aufwand verbunden. Ohne passgenaue Einführung besteht jedoch die Gefahr, dass die Mitarbeiter die neue Arbeitsform nicht annehmen.

# 2 Wandel in der Unternehmenskultur

Eine auf Offenheit, Transparenz und Flexibilität ausgerichtete Unternehmenskultur ist wichtig, damit internes Crowdwork funktioniert. Ausgehend von der Chefetage sind alle Hierarchieebenen gefordert, einen gegebenenfalls erforderlichen Wandel der Unternehmenskultur und des Führungsstils zu unterstützen und zu begleiten.

# 3 Aufgaben gut vorbereiten

Die über die Crowdsourcing- Plattform zu vergebenen Arbeiten müssen gut vorbereitet werden. Die Ziele müssen für die Crowdworker nachvollziehbar und interessant sein, die Aufgabenbeschreibung klar und verständlich formuliert. Auch die spätere Auswertung der erarbeiteten Lösungen durch das Management muss sorgfältig ablaufen. Die Ergebnisse müssen in die betrieblichen Prozesse aufgenommen werden.

# 4 Arbeitszeit klar regeln

Das Verhältnis von Regelarbeit und interner Crowdwork muss klar definiert sein, da die Schwarmarbeiter gleichzeitig innerhalb verschiedener Arbeitssysteme tätig sind. Unternehmen müssen eigene Zeitkontingente einplanen und bereitstellen, so dass Crowdwork nicht zu Mehrarbeit und Doppelbelastung für die Angestellten führt.

Die Forscher befragten für ihre Studie Experten und Beschäftigte in mehreren Unternehmen, in denen interne Crowds zum Einsatz kommen – etwa um Lösungen für logistische Probleme zu entwickeln oder das Potenzial neuer Produktideen einzuschätzen. Die Teilnahme ist dabei immer freiwillig, die zu vergebenen Aufgaben sind neben dem eigentlichen Job zu erledigen.