ArbeitsrechtArbeitszeitgesetz: Ab dieser Uhrzeit ist E-Mail-Lesen verboten

Bis spät in die Nacht E-Mails lesen? Laut dem Arbeitszeitgesetz kann das sogar strafbar sein
Bis spät in die Nacht für die Firma erreichbar sein? Laut dem Arbeitszeitgesetz kann das sogar strafbar seinJay Wennington from Unsplash

Früher wären vermutlich nur die wenigsten Angestellten auf die Idee gekommen, sich Post mit in den Feierabend zu nehmen. Dank der digitalen Kommunikation scheint es aber irgendwie keine Arbeit zu sein, auf dem Heimweg noch mal eben E-Mails zu checken oder spätabends eine dringende Anfrage zu beantworten. Einige Sekunden hier, einige Minuten dort stören die Erholung doch nicht, oder? Der Gesetzgeber sieht das anders. Für ihn ist die Ruhezeit von Arbeitnehmern heilig. Da kann bereits das Aufrufen des Job-Posteingangs gegen die Rechtslage verstoßen.

Das Arbeitszeitgesetz regelt eindeutig: „Die Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben.“ Das bedeutet: Wer um 8 Uhr die Arbeit aufnimmt, darf am Vorabend bis spätestens 21 Uhr beruflich Nachrichten lesen. Insbesondere im Homeoffice kann es schnell passieren, dass regelmäßig gegen das Gesetz verstoßen wird.

E-Mail-Lesen kann teuer werden

Halten sich Beschäftigte nicht an die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten, wird es möglicherweise für den Arbeitgeber teuer. Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz gelten meist als Ordnungswidrigkeiten. Sie können pro Fall mit bis zu 15 000 Euro geahndet werden. Eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr ist möglich, wenn ein Arbeitgeber vorsätzlich die Gesundheit eines Arbeitnehmers gefährdet oder die Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz beharrlich wiederholt.

Das Arbeitszeitgesetz gilt übrigens nicht für leitende Angestellte. Daneben gibt es Ausnahmen und Sonderregelungen für bestimmte Berufsgruppen (zum Beispiel im Krankenhaus) sowie Nacht- und Schichtarbeiter.