WochenrückblickApple, die Geldmaschine

Weihnachtsrausch bei Apple

Apple
Mit dem IPhone 6 traf Apple die Kundenwünsche (Foto: Getty Images)

Das Ende der Apple-Magie hat Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar vor gut einem halben Jahr ausgerufen. Offenbar sehen viele Menschen das anders. Sie bescherten dem IT-Konzern den höchsten Quartalsgewinn, den jemals ein Unternehmen in einem so kurzen Zeitraum vermelden konnte. Bei einem Umsatz von 74,6 Mrd. Dollar erzielte Apple einen Gewinn von 18 Mrd. Dollar. Das ist – wie die FAZ bemerkte – mehr als das Bruttoinlandsprodukt Islands eines ganzen Jahres.

Island hat allerdings auch nicht das iPhone erfunden. Denn das Ur-Smartphone erwies sich in seiner neuesten Ausführung als Verkaufsschlager: 74,5 Millionen Geräte setzte Apple im Weihnachtsquartal ab. Einige Marktforscher gehen davon aus, dass der iPhone-Hersteller damit zum Marktführer Samsung aufgeschlossen hat, vielleicht ihn auch bereits überholt hat.

Vor allem auf dem chinesischen Markt verkauften sich die größeren Smartphones erstaunlich gut, waren doch in der Volksrepublik bislang eher preisgünstige Smartphones gefragt. Offenbar verfügen die Chinesen jetzt aber über genügend Kaufkraft, um sich ein iPhone zu leisten.

Bei aller Euphorie um Apple, die sich in einem sprunghaften Anstieg des Aktienkurses niederschlug, fällt auf, dass der Konzern mehr und mehr vom Smartphone-Geschäft abhängig ist. Knapp 70 Prozent der Erlöse gehen auf das Konto des iPhones. Dagegen erlebt das iPad einen Durchhänger: Die Verkaufszahlen sanken um 18 Prozent auf 21,4 Millionen Geräte. Apple-Chef Tim Cook sagte aber, dass er an die Produktkategorie glaube. Er vertraut auch auf die Apple-Watch, deren Markteinführung für April geplant ist. „Ich nutze sie jeden Tag, ich liebe sie und kann mir kein Leben ohne sie vorstellen“, sagte Cook. Ob die Konsumenten das auch so sehen?

Erleichterung bei Investoren

Amazon
Amazon: Nach Verlustquartalen gibt es diesmal einen Gewinn (Foto: Amazon)

Investoren waren zuletzt nicht besonders gut zu sprechen auf den Online-Händler. Amazon investiert riesige Summen, aber die Erträge werden nicht unmittelbar sichtbar. Mit seinem jüngsten Quartalsbericht übertraf das Unternehmen aber die Erwartungen der Investoren. Zwar schrumpfte der Gewinn im letzten Quartal um zehn Prozent auf 214 Mio. Dollar. Aber es war immerhin ein Gewinn: Im dritten Quartal hatte Amazon noch einen Verlust von 437 Mio. Dollar ausgewiesen. Außerdem übertraf der Konzern die Erwartungen der Börsianer und so ging es für die Aktie steil bergauf.

Vor allem das starke Wachstum bei den Kunden des Prime-Dienstes brachte den Online-Händler in die Erfolgsspur zurück. Die nutzen dann den Streaming-Dienst „Prime Instant Video“ und helfen Amazon im Wettbewerb mit Anbietern wie Netflix. Über die Gesamtzahl der Prime-Kunden schweigt sich Amazon aus. Sie sei im vergangenen Jahr um 53 Prozent gestiegen, hieß es lediglich.

Trotz dieses beeindruckenden Wachstums schloss der Online-Händler das Jahr mit einem Nettoverlust von 241 Mio. Dollar ab. Und auch die Aussichten für das laufende Quartal sind unsicher. Irgendwo zwischen einem Gewinn von 50 Mio. Dollar und einem Verlust von 450 Mio. Dollar werde man landen, teilte Amazon mit. 

Krise bei McDonald’s

McDonald's
Pommes und Burger verkaufen sich nicht mehr so gut

Der amerikanische Fastfood-Konzern McDonald’s steckt in der Krise. Nach dem der Burger-Brater in der vergangenen Woche einen Umsatz- und Gewinnrückgang vermeldet hatte, wird jetzt der Chef ausgetauscht. Nach nur drei Jahren an der Spitze muss Konzernchef Don Thompson gehen. Sein Nachfolger wird der Brite Steve Easterbrook, bisher Markenvorstand. Er soll den Konzern wieder in die Erfolgsspur zurückführen.

McDonald’s kämpft weltweit mit Problemen. In den USA meiden vor allem junge Menschen die Filialen. Anbieter wie Shake Shack machen mit höherwertigen und auch teureren Produkten McDonald’s zunehmend Konkurrenz. Aber auch sonst auf dem Globus läuft es nicht rund für die Schnellrestaurantkette. In China beispielsweise hängt ihr ein Gammelfleischskandal nach.

Keine leichte Aufgabe für Easterbrook, der aber schon bewiesen hat, dass er ein angeschlagenes Unternehmen auf Vordermann bringen kann. Als Chef des britischen McDonald’s-Ablegers krempelte er das Unternehmen und verschaffte McDonald’s ein frisches Image. 

Griechische Irritationen

Varoufakis
Finanzminister Giannis Varoufakis will konstruktive Vorschläge vorlegen (Foto: dpa)

Aus Griechenland waren nach dem Antritt der neuen Regierung vor allem schrille Töne zu vernehmen. So bezeichnete Finanzminister Giannis Varoufakis die den Griechen auferlegten Sparhaushalte als „fiskalisches Waterboarding“, also Folter. Die Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras will Reformen zurückdrehen, Privatisierungen stoppen und auf einen Schuldenerlass drängen. Die Breitseite versetzte die Euro-Partner in Alarmbereitschaft und sorgte in Brüssel und Berlin für eine Welle der Empörung.

Nach dem PR-Gewitter für die eigene Wählerschaft kommen nun aber besonnenere Töne aus Athen – allen voran Finanzminister Varoufakis. „Alles was wir wollen, ist eine Möglichkeit, um einen Vorschlag auszuarbeiten, der die Kosten des griechischen Kreditprogramms verringert und diesem Land die Chance gibt, wieder zu atmen nach einer Politik, die zu einer massiven sozialen Verderbtheit geführt hat“, sagte er der „New York Times“. Es gehe ihm nicht um die nächste Kredittranche, sondern darum, das ganze Programm zu überdenken. Griechenland benötige eine Restrukturierung der Schulden und der Wirtschaft, um an das Geld zu kommen, das es benötige.

Varoufakis deutete an, dass die Regierung ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen könne, wenn das Ziel für den Primärüberschuss beim Haushalt von 4,5 Prozent auf 1 bis 1,5 Prozent gesenkt werde. Der Primärsaldo errechnet sich aus den Einnahmen und Ausgaben des Staates, wobei die Zinszahlungen für den Schuldendienst nicht berücksichtigt werden.

Varoufakis will aber auch über einen Schuldenschnitt verhandeln. Wie der aussehen könnte, verriet der Finanzminister nicht. Die Regierung werde dazu aber in Kürze Vorschläge machen.