Gehalt 4 Tipps für die erste Gehaltsverhandlung

4 Tipps für die erste Gehaltsverhandlung
Befördere ich mich mit einer zu hohen Forderung möglicherweise direkt ins Aus? nikarthur/unsplash

Geht es nach dem Studium oder der Ausbildung um den Einstieg in den Job, ist die erste Gehaltsverhandlung mit einer Menge Fragen verbunden. Muss ich ohne Berufserfahrung zunächst alles akzeptieren – oder wieviel kann ich auch schon fordern? Womit begründe ich als Neuling, dass ich bereits eine bestimmte Summe wert sei? Und befördere ich mich mit einer zu hohen Forderung möglicherweise direkt ins Aus? Hier sind 4 Empfehlungen für die erste Runde im Gehaltspoker.

#1 Checken Sie den Markt

Meist werden Sie schon vor einem möglichen Jobinterview aufgefordert, in Ihrer schriftlichen Bewerbung ein Wunschgehalt zu nennen. Damit Sie da bereits passend liegen, recherchieren Sie, wie die ausgeschriebene Position einzuordnen ist. Im Internet gibt es zahlreiche Portale, die Gehaltscheckmöglichkeiten anbieten – allerdings teilweise kostenpflichtig. Auch Gewerkschaften können eine gute Anlaufstelle sein, um sich über Tarife zu informieren. Wenn Sie wissen, was der Markt hergibt und was branchenüblich gezahlt wird, können Sie auch viel sicherer verhandeln und lavieren nicht mit Floskeln herum oder geraten gar ins Stammeln.

#2 Nicht unter Wert verkaufen

Sie haben ein Einser-Examen hingelegt, sind unter der Regelstudienzeit geblieben, haben ein Semester in den USA studiert und ein Praktikum in Singapur absolviert: Da haben Sie doch auch ohne Berufserfahrung schon Einiges zu bieten. Auch wenn Sie möglichst schnell den ersten Job antreten wollen: Seien Sie nicht zu bescheiden. Wenn Sie als ersten Lohn eine zu niedrige Summe annehmen, kann es Sie in diesem Unternehmen etliche Jahre kosten, um das eigentlich gewünschte Gehalt Schritt für Schritt nachzuverhandeln. Zudem werden Sie möglicherweise von Anfang an unterschätzt.

#3 Auch bei fixem Einstiegsgehalt verhandeln

Es ist nicht unüblich, dass Unternehmen ein angeblich strikt festgelegtes Anfangsgehalt für alle Neuen zahlen. In der Regel ist dieses nicht das höchste. Lassen Sie sich davon nicht sofort mundtot machen. Versuchen Sie trotzdem, zu verhandeln. Möglich ist es dabei auch, alternative zusätzliche Leistungen wie ein kostenloses Monatsticket, die private Nutzung des Dienstwagens oder bei häufigem Homeoffice die Übernahme der heimischen Telekommunikationskosten herauszuschlagen. Wenn Sie hartnäckig bleiben, zeigen Sie dem Arbeitgeber auch, dass Sie um Ziele kämpfen. Sind Sie dennoch erfolglos, versuchen Sie, festzuhalten, dass schon nach der Probezeit neu verhandelt wird.

#4 Keine privaten Argumente anführen

Dass Sie endlich aus der Studenten-WG ausziehen, nicht mehr sämtliche Möbel bei Ikea kaufen und auch mal länger als eine Woche in den Urlaub fahren wollen, ist alles sehr gut verständlich. Ihren möglichen künftigen Arbeitgeber interessiert das aber nicht. Sie sollten auch gar nicht erst versuchen, seine Empathie in diesem Punkt zu Tage zu fördern. Argumentieren Sie ausschließlich mit dem, was Sie können, und der Firma zu bieten haben. Und haben Sie dabei immer im Kopf: Sie bitten nicht um Almosen, sondern verkaufen Ihre wertvolle Arbeitsleistung.


In diesen Berufen werden die höchsten Löhne gezahlt