Karriere-Tipp4 Tipps für den Umgang mit Blendern

Der amtierende US-Präsident Donald Trump
Der amtierende US-Präsident Donald TrumpGetty Images

Unbemerkt das Büro betreten? Für einen Blender unvorstellbar. Er liebt den großen Auftritt, denn viel mehr hat er oft nicht zu bieten. Seine wahnsinnig witzigen Telefonate darf gern das gesamte Großraumbüro mit anhören. Er wirft an der Kaffeemaschine oder in der Konferenz mit Anglizismen und wohlklingenden Kundennamen nur so um sich. Das dröhnende Gähnen des Bullshitters ist in Wahrheit ein Hilfeschrei, ihn doch bitte endlich zu fragen, weshalb er so übermüdet ist. Antwort: Er hat ewig zur Zukunft der Firma gebraingestormt oder musste Snapchat-Influencern zeigen, wie man wirklich Party macht. Seltsam nur, dass man den Blender im Büro eigentlich nie wirklich arbeiten sieht …

Sie sind auch mit einem Bullshitter gestraft? Unser Beileid. Vielleicht helfen Ihnen diese Tipps dabei, den Blutdruck niedrig zu halten.

#1 Vorsicht beim Bloßstellen

Kaum etwas könnte schöner sein, als einen Blender vor versammelter Mannschaft so richtig auflaufen zu lassen. Ein paar geschickte Nachfragen reichen oft schon, um das gesammelt Nichtwissen des werten Kollegen zu enttarnen. Dieses Verhalten ist aber riskant. Bullshitter sind naturgemäß extrem eitel und nachtragend. Sie werden Ihnen diesen Affront – als der die Bloßstellung der eigenen Unzulänglichkeiten stets gewertet wird – nie verzeihen. Blender verdanken ihren Job meist persönlichen Beziehungen zum Chef. Im Zweifel ziehen Sie bei diesem Machtkampf vermutlich den Kürzeren. Auch sollte die Verschlagenheit des Bullshitters nicht unterschätzt werden. Merke: Inkompetenz und Dummheit gehen nicht zwingend Hand in Hand.

#2 Du armes Würstchen

Zugegeben: Die selbstverliebte Schnatter-Arie des Blenders stellt auch den ausgeglichensten Kollegen auf eine Geduldprobe. Vielen Bullshittern fehlt zudem der nötige Grad an Selbstreflexion, um ihr Tun als Bullshit zu erkennen – Motto: „Ignorance is bliss.“ Aber es hilft ja alles nichts. Anstatt sich im täglichen Wutkrampf über den Blender aufzureiben, atmen Sie tief durch, schauen sich den Kollegen genau an und denken sich Ihren Teil. Die Chancen stehen gut, dass es Ihnen danach besser geht. Wenn nicht, können stille Rachefantasien einen emotionalen Fluchtweg eröffnen.

#3 Ins Abseits befördern

Vielleicht lässt sich der Bullshitter im Großraumbüro mit den eigenen Waffen schlagen. „Du bist immer wahnsinnig beschäftigt und musst ständig so wichtige Telefonate führen. Da stören wir doch nur. Hast du nicht langsam dein eigenes Büro verdient?“ Beißt der Kollege nicht an, darf dieser rücksichtsvolle Vorschlag gern geäußert werden, wenn Sie dem Chef in der Teeküche über den Weg laufen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der in die eigenen vier Wände verbannte Narziss eingeht wie eine Primel.

#4 Bis hierhin und nicht weiter

Spätestens, wenn die eigene Arbeit leidet, ist im Umgang mit Bullshittern auch mal eine klare Ansage nötig. Wenn der Blender meint, das Großraumbüro regelmäßig mit seiner Playlist beschallen zu müssen oder sich ständig lautstark am Kickertisch im Maracanã-Stadion wähnt, ist Schluss mit lustig. Gut möglich, dass Sie danach vom Bullshitter als Langweiler, Zicke oder #NoFun abgestempelt sind. Nehmen Sie es als Auszeichnung.