ImmobilienBerlin ist das Immobilien-Mekka Europas

Blick auf Berlin mit dem Fernsehturm
Berlin ist als Immobilienstandort gefragt bei Investoren

Ob Neubau oder Bestandsobjekt: Deutsche Immobilien sind europaweit ungeheuer angesagt. Das geht aus einer aktuellen Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC) hervor, für die die Beratungsgesellschaft 818 europäische Investoren und Immobilienexperten nach ihren bevorzugten Standorten befragen ließ. Gleich vier deutsche Metropolen haben es in die Top Ten der Städte geschafft, denen die Befragten die besten Aussichten für das kommende Jahr attestieren.

Absoluter Favorit ist die deutsche Hauptstadt Berlin, die das Ranking bereits das dritte Jahr in Folge anführt. „Investoren setzen auf Berlin, weil dort die Kosten vergleichsweise gering und die Wachstumspotenziale hoch sind“, sagt Susanne Eickermann-Riepe, Immobilienexpertin bei PWC. Im Vergleich zu Hamburg, München oder Frankfurt sind die Preise für Häuser und Wohnungen in der Hauptstadt noch immer günstig. Das gilt erst Recht mit Blick auf Metropolen wie London oder Paris. Die befragten Experten rechnen in Berlin außerdem mit dem europaweit höchsten Mietpreisanstieg.

Die steigende Attraktivität Berlins hat für Immobilienkäufer nicht nur Vorteile. Denn durch die hohe Nachfrage haben sich die Immobilienpreise in der deutschen Hauptstadt in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Mittlerweile würden die Preise selbst in den Randbezirken der Stadt merklich anziehen, heißt es im Wohneigentumsreport 2017/2018 des Berliner Immobilienmaklers Ziegert. Im Durchschnitt sind Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent teurer geworden, zeigt die Studie.

Schnäppchen sind in Berlin kaum noch zu machen

Auch in Berlin müssen sich Hauskäufer fragen, ob sich ihr Investment noch lohnt. Zwar hat die Stadt als Investitionsstandort zuletzt einen Aufschwung erlebt, der auch in den kommenden Jahren anhalten dürfte. „Preissteigerungen und die entsprechende Renditekompression gerade in guten Lagen haben das aber weit übertroffen“, sagt Ulrich Jacke, Geschäftsführer bei Dr. Lübke & Kelber. Der auf Immobilieninvestitionen spezialisierte Asset Manager hat in einer Studie untersucht, in welchen von insgesamt 110 deutschen Städten noch Schnäppchen zu machen sind. Dazu haben die Experten sowohl eine Risiko- als auch eine Renditeeinschätzung für jede Stadt getroffen. Anschließend schauten sie, wo die zu erwartende Rendite die angesichts des Risikos zu erzielende Mindestrendite am weitesten übersteigt.

Das Fazit für Berlin ist ernüchternd: In guten Lagen weist die deutsche Hauptstadt inzwischen eine deutlich negative Risiko-Rendite-Relation auf. Weder bei Bestandsimmobilien noch bei Neubauten lag die ermittelte Eigenkapitalrendite über dem Wert, den man als Ausgleich für das spezifische Risiko nach Einschätzung von Dr. Lübke & Kelber mindestens erzielen müsste. Nur in den mittleren Lagen seien noch lohnenswerte Transaktionen möglich.

Im Schnitt sinken die Renditen deutschlandweit, zeigt die PWC-Studie. Doch es gibt Lichtblicke, vor allem außerhalb der Metropolen. Städte wie Wolfsburg, Flensburg oder Osnabrück bieten Investoren viel Potenzial, weil dort das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite noch stimmt. „Alle von uns ermittelten ‚Hidden Champions‘ sind B-Standorte“, sagt Jacke. Anlegern empfiehlt er die sogenannte ABBA-Strategie: Sie sollten in A-Städten in B-Lagen investieren, also in tendenziell günstigeren Gebieten. In günstigeren B-Städten sind dagegen A-Lagen vielversprechender. Dort sind die Renditen gemessen am Standortrisiko noch angemessen.