Kassenwechsel Worauf es bei der Wahl einer Krankenkasse ankommt

Die Techniker Krankenkasse gehört zu den größten Krankenkassen in Deutschland
Die Techniker Krankenkasse gehört zu den größten Krankenkassen in Deutschland
© IMAGO / Michael Gstettenbauer
Wer seine Krankenkasse wechselt, kann nicht nur Geld sparen, sondern kommt vielleicht auch noch in den Genuss zusätzlicher Leistungen. Darauf sollte man bei einem Wechsel der Kasse achten

Bunte Auswahl bei den Krankenkassen Wer seine Krankenkasse wechselt, kann nicht nur Geld sparen, sondern kommt vielleicht auch noch in den Genuss zusätzlicher Leistungen. Worauf es bei der Wahl einer Krankenkasse ankommt. Viele Krankenkassen legen typischerweise gegen Jahresende den Beitragssatz für das kommende Jahr fest. Laut der Vergleichsplattform Finanztip erhöhten sich dabei in diesem Jahr die Beiträge für mehr als ein Viertel der Versicherten. Ein guter Zeitpunkt also, um sich Gedanken über die eigene Krankenkassenwahl zu machen. Wer mit der Beitragshöhe, den Zusatzleistungen oder dem Service seiner jetzigen Krankenkasse unzufrieden ist, kann über einen Wechsel nachdenken.

Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung sind in Deutschland alle Arbeitnehmer, die unter der Beitragsbemessungsgrenze von 5362,50 Euro Bruttogehalt pro Monat liegen, sowie die meisten Rentner und Studierenden. Zurzeit sind rund 90 Prozent aller Deutschen bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Arbeitnehmer mit sehr hohem Gehalt, Selbstständige oder Beamte können sich freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Wer wechseln möchte, darf das nach einem Jahr Mitgliedschaft bei der aktuellen Kasse tun. Und das geht tatsächlich relativ einfach: Meldet man sich bei der neuen Krankenkasse an, kündigt diese den Vertrag der alten Kasse mit einer zweimonatigen Kündigungsfrist.

Rund 95 Prozent der medizinischen Leistungen schreibt der Gesetzgeber vor. Sie sind deshalb bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich. Trotzdem unterscheiden sich die Kassen erheblich voneinander: Schon beim Beitrag, den Arbeitgeber und -nehmer hälftig bezahlen, gibt es Unterschiede. Zwar ist der gesetzliche Beitrag von 14,6 Prozent bei allen Krankenkassen gleich. Der individuelle Zusatzbeitrag hingegen variiert zwischen den einzelnen Kassen.

Dieser schwankt bei bundesweiten Krankenkassenanbietern zwischen 0,69 und 2,5 Prozent auf den Bruttolohn. Hier sparen Versicherte mit niedrigem Beitragssatz bares Geld. Preis-Leistungssieger im Finanztip-Vergleich ist die Handelskrankenkasse, die gleichzeitig die bundesweit billigste Krankenkasse ist. Besonders für junge und gesunde Menschen mit vergleichsweise wenig Geld lohnt es sich in erster Linie auf den Zusatzbeitragssatz zu achten. Natürlich gilt auch: Je mehr Einkommen, desto mehr kann man beim Zusatzbeitrag sparen. Aber: „Je nachdem welche Leistungen ein Versicherter nutzt, muss er das ersparte Geld an anderer Stelle wieder draufzahlen“, sagt Daniela Hubloher, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Die Expertin bezieht sich dabei auf die individuellen Extraleistungen der Krankenkassen. „Je nach Präferenzen des Versicherten stehen hier ganz unterschiedliche Leistungen im Vordergrund“, sagt Hubloher. Sportler oder Rentner freuen sich vielleicht über hohe Zuschüsse zum Osteopathen, Frauen mit Kinderwunsch legen Wert auf ein möglichst umfangreiches Angebot während der Schwangerschaft. Wiederum andere interessieren sich mehr für eine professionelle Zahnreinigung oder Reiseimpfungen.

Das Feld der Zusatzleistungen ist groß. Neben den unterschiedlichen Extrazahlungen bieten die Krankenkassen verschiedenste Bonusprogramme und Kurse an. So gibt es zum Beispiel Präventionskurse für die Bereiche Ernährung, Bewegung, Entspannung oder Sucht. Einen Teil der Kosten für diese Kurse übernimmt die Krankenkasse. Auch Versicherten, die regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, zahlen viele Krankenkassen einen Bonus.

Wechselwillige müssen sich aber auch auf ungewollte Veränderungen einstellen. Menschen, die geliehene Hilfsmittel wie einen Rollstuhl der alten Krankenkasse nutzen, müssen diese eventuell zurückgeben. Wichtig ist auch: Die neue Kasse muss von der alten bewilligte, aber noch nicht begonnene Behandlungen wie Reha-Sport oder Psychotherapie nicht automatisch anerkennen. Hier lohnt es sich erst nach Beginn der Behandlung zu wechseln. Versicherte ablehnen dürfen die Krankenkassen nämlich in der Regel nicht.

Genauso wichtig wie die Leistungen ist der Service der Krankenkasse. Wer ständig mit seiner Krankenkasse über jede genehmigungspflichtige Regel- oder Extraleistung streiten muss, gefühlt nie jemanden oder immer den falschen Ansprechpartner erreicht, der sollte womöglich wechseln. „Wenn der Kontakt zur Krankenkasse sehr problematisch und die Servicequalität nur unzureichend ist, nützen dem Versicherten gute Extraleistungen nur sehr wenig“, sagt Expertin Hubloher. Im Finanztip-Ranking glänzt beim Thema Service besonders die Techniker Krankenkasse. Neben einem großen Filialnetz und einem umfassenden Serviceangebot bietet die Techniker beispielsweise auch eine medizinische Telefonhotline und die Vermittlung von Facharztterminen an.  


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