EdelmetallWarum sich der Goldpreis eine Pause gönnt

Goldbarren bei der Bundesbank
Goldbarren bei der BundesbankBundesbank / Nils Thies

Die Krisenherde der Welt, insbesondere der neu aufgeflammte Handelsstreit zwischen China und den USA waren bisher kein Katalysator für den Goldpreis. Die Feinunze verabschiedete sich schnell vom 7,5-Jahreshoch, das erst vor wenigen Tagen erreicht worden war. Auch die beispiellosen fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen in noch nie dagewesener Trillionenhöhe verschafften dem Goldpreis keine Impulse. Derzeit überwiegt die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung, weil die Corona-Restriktionen weltweit allmählich zurückgenommen werden.

Goldpreis je Feinunze in Dollar


source: tradingeconomics.com

Davon profitieren die risikobehafteten Anlagen wie Aktien und Rohstoffe wie etwa Öl. Der Technologieindex Nasdaq mit seinen beliebten FANG-Aktien (Facebook, Apple, Netflix und Google) hat sogar wieder zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch erzielt. Daher haben sich Anleger bei Goldkäufen zurückgehalten, vor allem in den starken Importländern China und Indien. In China sanken die Goldimporte in den ersten vier Monaten des Jahres um fast 90 Prozent. Die gesondert ausgewiesene Schmucknachfrage ging um 65 Prozent zurück.

Goldanteil moderat aufstocken

Auch die Zentralbanken als wichtiger Marktteilnehmer am Goldmarkt haben ihre Käufe in den ersten Monaten des Jahres reduziert. Im ersten Quartal lagen sie um knapp zehn Prozent, vor allem das im Vorjahr so aktive Russland hat seine Gold-Käufe erst einmal ausgesetzt. Doch die aktuelle Korrektur bietet auch Einstiegschancen, allerdings sind die Investmentmöglichkeiten nicht so umfangreich wie bei Aktien. Neben dem direkten Kauf von Barren oder Münzen können sich Anleger über moderat gehebelte Turbos einen Goldanteil ins Depot holen. Die beiden unbegrenzt laufenden Long-Papiere für steigende Goldpreise mit der WKN UD5R4C (UBS) oder der WKN HX3KXM (UniCredit) haben einen Hebel von 7 beziehungsweise 4.

Funda Sertkaya, Geschäftsführerin beim Edelmetallhändler Ophirum, hat im aktuellen Umfeld noch einen anderen Trend bei Goldkäufern ausgemacht: „ETF-Käufe haben in den vergangenen Monate kräftig zugenommen, ohne dass es zu Übertreibungen gekommen ist. Das bestätigen die Terminmarktpositionen in den USA, wo die Netto-Long-Positionen zuletzt kaum gestiegen sind“. Gold scheint also auch von den institutionellen Investoren gestützt zu werden, was mittelfristig ein positives Signal ist.

Die 1700-Dollar-Marke ist zwar immer noch hart umkämpft, aber der gesunkene Dollar stützt den Goldpreis zusätzlich. Da die Feinunze in Dollar notiert, wird Gold bei einem sinkenden Greenback für internationale Investoren günstiger. Die Nachfrage steigt dann tendenziell. Für Gold spricht derzeit also einiges, vor allem, wenn die Hilfen der Notenbaken und Regierungen nach der Corona-Krise auslaufen und den Aktienmarkt nicht mehr befeuern.

 


Daniel Saurenz betreibt das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus