KolumneWarum Gold der große Profiteur der Corona-Krise sein könnte

Symbolbild: Goldbarren
Symbolbild: GoldbarrenDeutsche Börse

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen die Verluste aus dem Corona-Crash weitgehend aufgeholt. Am Aktienmarkt besteht daher die Hoffnung, dass das Schlimmste der Corona-Krise überwunden ist, auch wenn die Pandemie noch nicht überwunden wurde. Da Gold parallel zu den Aktienmärkten gestiegen ist, verhält sich das Edelmetall nicht wie ein klassischer sicherer Hafen, sondern ist trotz der wieder zunehmenden Risikobereitschaft gefragt.

Goldpreis je Unze in Dollar


source: tradingeconomics.com

Als Katalysator dienen die Rettungsaktionen der Regierungen und Notenbanken, die zuletzt noch einmal ausgeweitet wurden. „Inzwischen ist auch die amerikanische Notenbank am Anleihenmarkt aktiv und kauft Anleihen von Unternehmen auf“, erklärt Carlo Alberto de Casa, Chefanalyst beim britischen Broker ActivTrades. „Dort kauft sie neben Anleihen-ETFs auch Anleihen von Unternehmen mit einem Investment Grade-Ranking, aber auch Ramschanleihen, um den angeschlagenen Sektor zu stützen, mit dem Risiko, Marktverzerrungen oder Blasen zu verursachen“, so de Casa weiter.

Die Fed will damit die zuerst die angespannte Situation bei den zahlreichen hochverschuldeten US-Unternehmen stabilisieren. In China, Japan und Europa erreichen die Konjunkturprogramme ebenfalls Billionensummen.

Ideales Umfeld für Gold

Diese Situation spricht für Engagement in Gold, zumal sich die Verschuldungssituation durch die Maßnahmen noch einmal verschärfen könnte. Als Depotbeimischung empfiehlt es sich daher, moderat gehebelte Turbos zu kaufen, etwa das Papier mit der WKN HZ8DCW (Onemarkets, Hebel 7) oder die WKN CU8ELR (Société Générale, Hebel 5).

Die Schulden der meisten Länder sind ohnehin durch die massiven Liquiditätsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken gestiegen und können mittelfristig zu einer höheren Inflation führen. Noch ist es allerdings nicht so weit, wie die jüngsten Konsumentenpreise in den USA gezeigt haben. Sie fielen im April so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Da gleichzeitig die Leitzinsen durch die vorherrschende Konjunkturschwäche wahrscheinlich langfristig auf einem niedrigen Niveau gehalten werden, zeichnet sich ein ideales Umfeld für Gold ab.

Sinkende Zinsen begünstigen Goldinvestments

Sollte die US-Wirtschaft wie US-Notenbankchef Jerome Powell in der vergangenen Woche erklärte, noch länger unter der Corona-Krise leiden, könnten die Zinsen sogar noch weiter fallen, was für Gold noch besser wäre. In den USA spukt nun auch das Gespenst Negativzins durch die Reihen der Volkswirte. Denn das Edelmetall wirft keine Zinserträge ab und verliert seinen Renditenachteil gegenüber anderen Anlageformen, wenn die Zinsen auch woanders in der Welt sinken.

Eine höhere Goldnachfrage ist jetzt schon zu beobachten wie die Shop-Verkäufe bei Ophirum oder anderen zeigen, aber auch die Umsätze an den Börsen bei Gettex, Etoro oder bei den ETFs verdeutlichen dies. Letztere steuern im Mai bereits wieder auf solide Zuwächse von 75 Tonnen und mehr hin, sie dürften damit in etwa so kräftig zulegen wie in den vorangegangenen beiden Monaten. Die kurz- und mittelfristigen Perspektiven für das gelbe Edelmetall bleiben wegen der sinkenden Zinsen und der wachsenden Schulden nach wie vor aussichtsreich.

 


Daniel Saurenz betreibt das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus