KolumneVarta und Wirecard – Geldanlage in Zeiten von Rekordständen

Symbolbild Börsenkurs
Symbolbild BörsenkursGetty Images

Die Börsen zeigen sich weitgehend unbeeindruckt von dem sich ausbreitenden Coronavirus. Die Zuflüsse in den Aktienmarkt sind ungebremst, rund ein Viertel der Amerikaner legt sein Geld in Aktien oder Aktienfonds an. Hierzulande sieht die Welt etwas anders aus, denn die Aktionärsquote verharrt seit Jahren im Bereich um 15 Prozent. Dabei sollte jeder im Umfeld von Null- oder Strafzinsen über ein Engagement am Aktienmarkt nachdenken.

Wer sein Geld nur auf dem Tagesgeldkonto parkt, hat in den vergangenen zehn Jahren kaum verdient, nach Abzug der Inflation sieht es noch schlechter aus. Wer hingegen Ende 2009 in den deutschen Leitindex Dax eingestiegen ist, konnte sein Kapital mehr als verdoppeln. „Im langfristigen Durchschnitt sind mit einem Aktiendepot rund acht bis zehn Prozent Ertrag pro Jahr möglich“, erklärt Norbert Betz von der Börse Gettex, zuständig für die Handelsüberwachung. „Die Kehrseite der Medaille sind aber die Verluste, die zwischenzeitlich drohen“, so Betz weiter. Hier gilt: Entweder aussitzen oder sie mit dem richtigen Investment abfedern.

Auf das Chance-Risiko-Verhältnis achten

So bieten Discountzertifikate die Möglichkeit, defensiv mit großem Puffer in die Aktienmärkte zu investieren. Auf die zuletzt sehr schwankungsintensiven Titel Wirecard und Varta zum Beispiel können Anleger attraktive Renditen einfahren bei überschaubarem Investmenthorizont. So bietet das Discountzertifikat auf Wirecard (WKN: GM7Y1W, Goldman Sachs) eine maximale Renditechance von 17 Prozent per anno, sollte der Aktienkurs bis zur Fälligkeit im September 2020 nicht um mehr als 15 Prozent fallen.

Ein Discountzertifikat auf Varta (WKN: MC5T0Z, Morgan Stanley) bietet sogar noch mehr: 20 Prozent, wenn der Aktienkurs bis September nicht um mehr als 15 Prozent sinkt. Solche Investments lassen sich immer wieder sinnvoll einstreuen, auch weil Verluste in den beiden Papieren erst bei Aktienkursverlusten von 25 Prozent und mehr entstehen. Bei geringeren Kursrückgängen greift die Pufferfunktion.

Breit streuen

Mit Discountzertifikaten oder Aktien sind natürlich auch langfristige Investments möglich. Je länger das Anlageziel ausgelegt ist, desto mehr Risiko ist vertretbar, um höhere Erträge zu erzielen. Da gerade die Aktienmärkte langfristig steigen, sinkt die Verlustgefahr mit der Anlagedauer. Anleger sollten dabei gleichzeitig ihre Investments streuen und nicht nur in deutsche oder europäische Titel investieren. Diese sogenannte Diversifikation ist über ETFs einfach möglich, weil direkt in einen breit gestreuten Aktienindex investiert wird.

Bei Investments in Emerging Markets etwa raten die Analysten des ETF-Anbieters Lyxor aber einige grundsätzliche Dinge zu beachten. Denn jedes Schwellenland weise spezifische Eigenschaften auf, „die Anleger bei ihren Entscheidungen berücksichtigen können.“ Dazu gehört es, immer das Chance-Risiko-Verhältnis eines Investments im Blick zu behalten.

 


Daniel Saurenz betreibt das Finanzportal Feingold Research. Auf capital.de schreibt er regelmäßig als Kolumnist über Geldanlage-Themen.