KolumneTesla – Symbol für die neue Zeit am Aktienmarkt

Kunden bestaunen Teslas Model 3
Kunden bestaunen Teslas Model 3dpa

Die Favoritenbroker junger Leute in den USA oder Europa spucken allmonatlich die Liste meist gehandelter Basiswerte aus. In Deutschland finden sich bei Brokern mit älterem und erfahrenem Börsenpublikum meist noch altbekannte Namen wie Allianz, Telekom oder Daimler. Aktien, die ohne Zweifel hoch liquide sind und einigermaßen berechenbar scheinen in ihrem Geschäftsmodell. Bei Online-Brokern sieht es dagegen anders aus.

Zoom, Tesla, Beyond Meat, Nel Asa oder Nikola sind dort auf den Favoritenlisten aktiver Trader ganz vorne dabei. Die großen Trends kommen dabei wie so oft aus den USA. Denn wo Bewegung ist, da ist Lust am Handel. Volatilität nennt dies der Börsianer und diese ist bei den Telekoms, BASF und Allianz dieser Welt nur in engem Rahmen gegeben.

In der neuen Börsenzeit suchen gerade jüngere Anleger weniger die vermeintliche Stabilität, sondern die Geschichte, die eine Firma zu erzählen weiß. Gerade in Corona-Zeiten liefern Home24, Westwing, Zoom, Shop Apotheke, Delivery, Amazon oder Netflix Geschichten, die verlockend erscheinen. Starke Marken haben eine hohe Anziehungskraft und bringen oft auch schöne Rendite mit sich. Marken mit dynamischer Entwicklung wohlgemerkt, die in der alten Ökonomie nicht immer zu finden ist.

Aus diesem Grund sollten Anleger gerade in diesem Börsenjahr das eigene Depot durchforsten und die Fragen stellen, ob dynamische Firmen und Aktien im Depot stecken oder ob man am alten Gedanken einer Firma festhält, die früher einmal angesagt war. Beste Beispiele sind die unter alten Hasen sehr bekannten Titel von K+S und Thyssenkrupp. Beide zeigen auf Jahre desaströse Kursverläufe und sind wahrhaft Aktien der Rubrik unsexy. Allzu viele dieser vermeintlichen Comeback-Hoffnungen sollte ein Depot nicht aufweisen. Doch es gibt auch positive Ausnahmen unter den altbekannten Aktien.

Der ausgesprochen erfolgreiche Fußballlehrer Otto Rehhagel pflegte bei seinem größten Triumph mit dem Traditionsverein 1.FC Kaiserslautern zu sagen, dass es keine alten oder jungen Spieler gebe, sondern nur gute oder schlechte. Diese Weisheit gilt auch für den Aktienmarkt, die Kontrolle des Depot-Kaders ist jedoch entscheidend. Zoom und SAP sind gleichsam gute Spieler, einer jung, einer alt in Börsenjahren gemessen. Auch unter den Etablierten kann also etwas Gutes dabei sein – ein Blick auf den Chart der Deutschen Post spricht eine klare Sprache.

 


Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com