KolumneSo vernichten Sie Ihr Vermögen (nicht)

Börsencrash: Weltweit sind im März die Kurse an den Aktienmärkten abgestürztdpa

Als Corona im März in Europa Verbreitung fand, brachen die Aktienmärkte ein wie nie zuvor. Die Dynamik war sagenhaft, im Tagesrhythmus ging es zwischen fünf bis zehn Prozent abwärts beim Dax. An den US-Börsen wurde der Handel einige Male ausgesetzt, weil der S&P 500 an einem Handelstag um 10 Prozent eingebrochen war. Anleger standen ratlos da und fürchteten um das Geld in ihrem Depot, das in Trümmern lag. Die Crash-Propheten nutzten dieses Gefühl der Ohnmacht, um Anlegergelder einzusammeln. Nie zuvor hatten sie soviel Zulauf wie im Frühjahr 2020.

Der Fonds eines der bekanntesten Crash-Propheten hat in diesen Tagen eine Kursbilanz von minus 10 Prozent im Vergleich zum März dastehen. In jenem März 2020 haben Dax, S&P 500 und Nasdaq womöglich ein Kursniveau gesehen, das sie nie wieder erreichen werden. Eine einmalige Chance, die man seinen Lesern, die man Anlegern mitgeben musste. Wohlgemerkt konnte niemand im März wissen, wie die Börse sich entwickeln würde. Hellsehen ist keine Währung am Markt. Aber man kann Aussagen über das Chance-Risiko-Verhältnis auf Monate und Jahre treffen und dieses Verhältnis war im März und April so gut wie seit Jahrzehnten nicht.

Wer emotional am Markt agiert, Crash-Gurus nachläuft oder blind jenen folgt, die 1000 Prozent oder mehr Rendite versprechen, der muss damit rechnen, dass er sein gesamtes Vermögen ruiniert. Zahlen sprechen eine klare Sprache. Ein Investment in den Fonds eines bekannten deutschen Crash-Propheten brachte bei 100.000 eingesetzten Euro im März bis jetzt eine Rendite von minus 10.000 Euro. Beim Dax wären aus 100.000 Euro 155.000 Euro rausgekommen, beim S&P 500 in den USA ebenso viel und an der Nasdaq sogar 165.000 Euro.

Crashs zu prophezeien oder auf der anderen Seite vorherzusagen, dass der Dax auf 25.000 oder 30.000 Punkte steigen wird, hilft niemandem weiter. Geldanlage muss man intelligent gestalten und zum Beispiel darauf achten, wie sich der Fear and Greed Index in den USA entwickelt. Er aggregiert Angst und Euphorie, Panik und Gier. Im März bei einem Wert von eins zeigte er die pure Panik. Aktuell liegt er bei 75 im sehr gierigen Bereich. Übrigens ähnlich wie der Anteil an Short-Engagements in den USA. Nie zuvor waren sie so niedrig.

All dies bündelt sich jedoch in einem Faktor, der immer Berücksichtigung im Vermögensbild finden muss – dem Zins. Auf ihm baut alles auf und bei Basic-Trainingstagen kann nur er der Leitfaden sein. Dies gilt für Immobilien, Anleihen und Aktien. Die beiden erstgenannten Anlageklassen haben ihre Neubewertung schon lange gezeigt, die Aktien sind womöglich gerade dabei. Es ist nicht zu spät, das Vermögen klug aufzubauen.

 


Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief mit Anlageideen unterschiedlicher Zeithorizonte an, den Sie unter diesem Link auch kurzzeitig abonnieren und testen können. Alle Informationen zu Trainingstagen und Coachings zum Vermögensaufbau erhalten Sie unter info@feingold-research.com