LeserfragenPflegeversicherung, Baudarlehen, Fonds: drei Fragen, drei Antworten

Wohin mit dem eigenen Ersparten?Pixabay

Meine Pflegeversicherung erhöht meinen Beitrag um 32 Prozent. Ist das rechtens?

Zum Jahreswechsel 2020 haben die privaten Pflegepflichtversicherungen ihre Beiträge stark erhöht – um zehn bis gut 30 Prozent. Die Rede ist dabei nicht von freiwilligen Zusatzversicherungen, sondern von jenen Pflegeversicherungen, mit denen privat Krankenversicherte vorsorgen müssen, so wie gesetzlich Versicherte in die obligatorische Pflegekasse einzahlen. Die jüngste Erhöhung macht etwa 10 bis 30 Euro pro Monat aus.

Grund für die Beitragsanhebungen ist in erster Linie die jüngste Pflegereform. Dank ihr erhalten Betroffene bereits früher Leistungen aus der Pflegekasse. Dadurch hat sich die Zahl der Empfänger insgesamt erhöht.

Die neue Capital erscheint am 23. Januar
Die aktuelle Capital

Ein weiterer Grund sind die schrumpfenden Zinseinnahmen wegen der Niedrigzinsen. Anders als die gesetzliche Pflegekasse, bei der sich die Beiträge am Gehalt orientieren, bemessen die Privaten die Beiträge nach dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand des Versicherten. Die Beiträge müssen sich dann bis zum Alter verzinsen.

Übrigens erhöhte auch die gesetzliche Kasse ihre Beiträge von 2,55 auf 3,05 Prozent (beziehungsweise 3,3 für Kinderlose). Das geschah jedoch bereits ein Jahr zuvor. Die gesetzliche Kasse kann nämlich schon beim Verdacht auf künftige Kostensteigerungen die Beiträge vorsorglich anheben. Die Privaten können es nur nachträglich, weshalb bei ihnen die Beiträge erst später steigen – dafür aber dann umso sprunghafter.

Lohnt es sich, in Fonds mit Performance Fee zu investieren?

Rund ein Fünftel der in Deutschland vertriebenen Publikumsfonds erheben nach Angaben des Verbands BVI erfolgsabhängige Gebühren, sogenannte Performance Fees. Sie fallen an, wenn ein Fonds einen bisherigen Höchststand (High Watermark) überschreitet oder ein anderes festgelegtes Ziel erreicht.

Diskutiert wurde über das Thema zuletzt im Zusammenhang mit dem Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch, der seine Performance Fee – auch bei seinen Luxemburger Fonds – dem deutschen Standard anpasst und rückwirkend eine Fünfjahresperiode als Grundlage für die erfolgsabhängige Gebühr betrachtet. Sie wird außerdem statt bislang quartalsweise künftig nur noch jährlich berechnet und ist auf 2,5 Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Grundsätzlich ist dies im Sinne der Anleger, wobei die Begrenzung auf fünf Jahre einen Nachteil hat: Wer lange in dem Fonds investiert ist, dem kann es passieren, dass er für eine High Watermark Gebühren zahlt, die unterhalb seines Einstiegspreises liegt.