Geldanlage Last-Minute-Geschenkidee: Aktien unterm Baum

Statt Geldgeschenke – Aktien unterm Weihnachtsbaum
Statt Geldgeschenke – Aktien unterm Weihnachtsbaum
© Joko / IMAGO
Wer noch nach einem Weihnachtspräsent sucht, kann dieses Jahr Aktien verschenken. Das geht schnell, man kann dabei nicht allzu viel falsch machen – und mit Glück rentiert es sich für den Beschenkten

Weihnachten steht vor der Tür, die meisten Geschäfte sind wegen des Lockdowns geschlossen – was tun, wenn immer noch ein Geschenk fehlt? Wer davon Abstand nehmen will, eine Tüte Badesalz aus der Drogerie oder eine Dose Hustenbonbons aus der Apotheke unter den Weihnachtsbaum zu legen, kann Aktien verschenken. In Zeiten geschlossener Boutiquen und niedriger Zinsen ist ein Aktienpaket ein clevereres Präsent als Bargeld oder ein Sparbuch.

Voraussetzung für ein Aktien-Geschenk ist ein Wertpapierdepot, und zwar sowohl aufseiten des Schenkenden als auch aufseiten des Beschenkten. Hat Letzterer kein Depot, muss er zunächst eines eröffnen – bei Direktbanken und Onlinebrokern lässt sich das per Video-Ident-Verfahren heute schnell machen.

Dadurch fällt zwar der Überraschungseffekt flach. Andererseits muss der Schenkende natürlich nicht verraten, welche Aktien er zu übertragen gedenkt. Sind die Wertpapiere für ein Kind gedacht, ist die Überraschung gerettet: Erziehungsberechtigte dürfen Depots für ihre Kinder eröffnen.

Anteile an Schokoladen- und Weinherstellern

Die Aktien, die zu Weihnachten unterm Baum beziehungsweise im Depot liegen sollen, muss der Schenkende zuerst selbst kaufen und dann ins Depot des Empfängers übertragen. Achtung: Ersterer sollte seine Bank unbedingt vorab darüber informieren, dass es sich um eine Schenkung handelt und nicht um einen Verkauf. Denn beim Verkauf von Aktien wird Abgeltungsteuer fällig, beim Verschenken nicht.

Bei der Auswahl der passenden Titel können verschiedene Überlegungen eine Rolle spielen: Mag der zu Beschenkende ein Unternehmen oder eine Branche besonders gern? Sammelt er zum Beispiel Sneakers, könnten Anteilsscheine von Puma oder Adidas eine gute Idee sein. Mag er Schokolade oder Wein, sind Aktien von Schokoladenherstellern oder Winzern eine Überlegung wert. Diese zahlen ihren Aktionären teilweise eine sogenannte Naturaldividende.

Statt Geld gibt es dann einmal im Jahr einen Koffer voller Pralinen oder einen Karton Riesling. Fußballaktien sind ein schönes Geschenk für Fans, jedenfalls, wenn sie vom richtigen Verein stammen. Unter den deutschen Clubs ist nur Borussia Dortmund börsennotiert. Ist der Empfänger der Aktien sehr auf Klimaschutz bedacht, freut er sich womöglich über Titel aus der Erneuerbare-Energien-Branche.

Schenkungssteuer beachten

Wer aus Risikogründen keine Einzelwerte verschenken will, kann stattdessen Fonds- oder ETF-Anteile nehmen. Der Übertrag von Depot zu Depot funktioniert genauso wie bei Aktien. Verschenkt man Anteile an Fonds, die man sich bereits vor dem Jahr 2009 – also vor Einführung der Abgeltungsteuer – ins Depot gelegt hatte, sind Kursgewinne bis 100.000 Euro steuerfrei . Je nachdem, an wen der Geldsegen gehen soll, kann allerdings Schenkungssteuer anfallen. Bei nicht eingetragenen Lebenspartnern liegt der Freibetrag bei 20.000 Euro, bei Ehepartnern und Kindern deutlich höher.

Optisch machen Fonds- und Aktiengeschenke, die digital von Depot zu Depot übertragen werden, leider nicht viel her. Anteilsscheine aus Papier, sogenannte „effektive Stücke“, sind seit einigen Jahren nicht mehr handelbar. Wer Aktien nicht in erster Linie als Geldanlage, sondern als Liebhaberei verschenken will, kann Schmuckaktien erwerben.

Diese aufwändig gestalteten Papiere sind bei speziellen Händlern oder direkt bei Unternehmen zu bekommen. Wenn es sich nicht gerade um historische Titel handelt, besitzen Schmuckaktien durchaus Gültigkeit, lassen sich also bei der Bank zu Geld machen. Sie gewinnen allerdings nicht so sehr durch Kurssteigerungen an Wert, sondern durch ihre oft limitierte Auflage. Viele Schmuckaktien werden mit der Zeit zu begehrten Sammlerstücken.

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