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Attila Hildmann über seine erste Million

, Jenny von Zepelin

Mit veganen Kochbüchern und Produkten hat Attila Hildmann Karriere gemacht. Seine Devise: "Ein gesundes Leben darf Spaß machen."

Attila Hildmann © ddp Images
Attila Hildmann

Attila Hildmann, 35, hat acht Bücher mit veganen Rezepten, Ernährungs- und Sportprogrammen herausgebracht, die mit 1,3 Millionen Exemplaren zu den Bestsellern dieses Segments zählen. Der Berliner wurde durch seine Youtube-Kochshows und TV-Auftritte bekannt. Mittlerweile expandiert er mit dem Verkauf veganer Produkte.


Capital: Herr Hildmann, als Kind wollten Sie Astronaut werden. Stattdessen sind Sie als Kochbuchautor durchgestartet. Wie sind Sie denn auf diese Umlaufbahn geraten?

Hildmann: Eine Alternative zum Astronauten war damals noch Lufthansa-Pilot. Aber mein Vater, der selbst Ingenieur war, hat mir schon als Fünfjährigem geraten, Koch zu werden.

Ihr Vater ist an einem Herzinfarkt gestorben – infolge eines zu hohen Cholesterinspiegels. Da waren Sie 19 und haben angefangen, Ihre Ernährung umzustellen. Wann wurde daraus eine Geschäftsidee?

Das Kochen war erst mal nur ein Hobby, während ich mich durch das Physikstudium gequält habe. Es hat mir einfach Spaß gemacht, neue Rezepte zu kreieren. Denn für vegane Ernährung gab es damals nicht viel Attraktives. Diese Pionierarbeit hat mich fasziniert, und ich war davon überzeugt, dass ich das aus der spröden Öko-Nische holen kann.

Zunächst haben Sie aber keinen Verlag gefunden und die ersten Kochbücher selbst herausgebracht. Wie haben Sie das finanziert?

Ich habe an der Uni gearbeitet und für den Fachbereich Jura eine Internetseite programmiert. Von dem Geld habe ich mir einen Fototisch gekauft und meine Rezepte selbst fotografiert. Meine Mutter hat mir dann 1500 Euro geliehen, damit ich die erste Auflage drucken konnte. Viele haben daran gezweifelt und mir abgeraten. Aber ich habe einfach immer weitergemacht.

Für den Rest des Lebens ausgesorgt

Capital 06/2016
Die aktuelle Capital

2012 dann der Durchbruch: Ihr Buch „Vegan for fit“ schoss auf Platz eins der Bestsellerlisten, Sie waren in Fernsehshows wie „TV total“ oder „Maischberger“. Wann haben Sie realisiert, dass Sie viel verdienen?

Autoren bekommen jedes Vierteljahr eine Abrechnung vom Verlag. Da standen plötzlich Summen, von denen ich nie geträumt hätte: 2012 waren das erst 40.000 Euro. Da habe ich ausgerechnet, wie lange ich davon meine Miete zahlen kann. Dann standen da 340.000 Euro, dann 480.000 Euro. Ich kam in Sphären, wo ich wusste, dass ich über Jahre abgesichert sein würde. Nun bin ich an dem Punkt, wo ich für den Rest meines Lebens ausgesorgt habe.

Wann war die erste Million da?

Das weiß ich nicht mehr. Denn neben dem Buchverkauf hatte ich ja auch schon andere Einnahmequellen durch Marketingkooperationen mit Porsche oder Edeka oder meine eigenen Produkte wie die vegane Bolognese, die ich über meinen Onlineshop verkaufe.

Als Erstes haben Sie sich ausgerechnet einen Porsche mit Ledersitzen gekauft, was Sie für viele Veganer unglaubwürdig macht.

Nein, vom ersten großen Batzen Geld habe ich mir ein hochwertiges Kochmesser gekauft. Und im Übrigen finde ich, dass ein gesundes Leben Spaß machen darf und auch mit Porsche fahren und Geschäfte machen zu vereinbaren ist.

Sie wollen den Markt mit veganen Produkten weiter erobern und sogar am Lebensmittelkonzern Nestlé vorbeiziehen. Ernst gemeint?

Das meine ich sehr ernst. Die Nachfrage nach meinen Produkten ist immens. Die sind biologisch und fair hergestellt, und einen Teil des Kaufpreises spenden wir an Umweltprojekte. So ein Angebot haben die Kunden im Supermarkt nicht.


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