WEF-Studie Wo sich digitale Investitionen am meisten auszahlen

Ein Techniker entnimmt einem 3-D-Drucker ein fertig gedrucktes Bauteil eines ICE. Die Bahn setzt die 3-D-Drucktechnologie verstärkt bei Instandhaltungsarbeiten ein.
Ein Techniker entnimmt einem 3-D-Drucker ein fertig gedrucktes Bauteil eines ICE. Die Bahn setzt die 3-D-Drucktechnologie verstärkt bei Instandhaltungsarbeiten ein.
© dpa
Investitionen in digitale Technologien sind das Gebot der Stunde. Aber in welchen Kombinationen und in welchen Industrien zahlen sie sich am meisten aus? Das World Economic Forum (WEF) gibt mit der Beratungsfirma Accenture erste Antworten.

Um Rendite und Produktivität zu steigern, werden Unternehmen von 2016 bis 2020 jährlich rund 13 Prozent mehr in neue Technologien investieren, schätzt die vom WEF 2015 gestartete Digital Transformation Initiative (DTI). Von den rund 2,4 Mrd. Dollar, die dann 2020 investiert werden, fließen 42 Prozent in das Internet der Dinge. Investitionen in Social Media fallen dagegen zurück: Sie werden relativ stabil bleiben und in drei Jahren noch ein Viertel ausmachen.

Allerdings ziehen Unternehmen sehr unterschiedliche Nutzen daraus. In jeder Branche kristallisiere sich meist ein oberes Fünftel heraus, das aus Produktivitätssteigerungen dank digitaler Technologien den größten Mehrwert schöpfe, fand eine neue Studie des World Economic Forum heraus . Andere in der Branche drohten abgehängt zu werden. In einer Zwei-Klassen-Gesellschaft könnten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen im Wettbewerb die Verlierer sein.

Wie die Auswertung der Investitionsentscheidungen von 16.000 Unternehmen in 14 Branchen weiter ergab, beeinflussen verschiedene Faktoren, in welchem Maß Investitionen sich tatsächlich auszahlen: So scheint es wenig sinnvoll, auf eine Technologie allein zu setzen. Wer eine Kombination aus der Palette von selbstlernenden IT-Systemen (Cognitive Technology), dem Internet der Dinge (IoT), Robotik und Mobile wie Social Media einsetze, so die Studie, fahre eine dreimal so hohe Rendite ein.

Unterschiedliche Returns in mehr oder weniger kapitalintensiven Sektoren
Unterschiedliche Returns in mehr oder weniger kapitalintensiven Sektoren
© World Economic Forum

Differenziert zwischen diesen Kategorien, lohnen sich laut der Studie Investitionen in selbstlernende Systeme oder künstliche Intelligenz am meisten: Für jeden Dollar, der je Beschäftigten in diese Technologien gesteckt werde, kämen 1,90 Dollar heraus. „Es wird erwartet, dass das Internet der Dinge von 2016 bis 2020 die größten Investitionen in dieser Technologie anzieht, da die Verbreitung von IoT riesige Datenmengen generieren wird, die dann über Anwendungen der künstlichen Intelligenz und Analytics auszuwerten sind.“

Ein Blick quer durch die Branchen ergibt zudem, dass Schwerindustrien im Durchschnitt eine höherer Produktivitätsrendite auf ihre digitalen Investitionen einfahren: allen voran die Chemie- und Werkstoffindustrie, in denen Marktführer bis zu 160 Prozent und der Rest rund 120 Prozent zusätzlichen Gewinn (EBITDA) je Beschäftigten erzielen. Unter professionellen Dienstleistern sind das zwischen 40 und 80 Prozent. In der Schwerindustrie zahlen sich Investitionen in Robotiklösungen am meisten aus (90 Prozent), in Service-orientierten Unternehmen in Mobile und Social Media (70 Prozent).

Ertragssteigerungen nach Branchen in absteigender Kapitalintensität
Ertragssteigerungen nach Branchen in absteigender Kapitalintensität
© World Economic Forum

„Viele Manager sind sich nicht klar, welche Investitionen in digitale Technologien sich am meisten auf ihr Wachstum und Produktivität auswirken“, sagt Mark Knickrehm von Accenture Strategy. „Unternehmen brauchen ein klares strategisches Ziel und einen langfristigen Ansatz für Investitionen in neue Technolgien, um zu verstehen, wie eine Vielzahl von Technologien ihre Erträge maximieren können.“


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