USAWer kann Trump 2020 ablösen?

Geht alles seinen gewöhnlichen Gang, wird 2020 ein neuer US-Präsident gewählt. Bei den Demokraten wird deshalb schon jetzt spekuliert, wer die besten Chancen gegen den hitzigen Republikaner hat. Für viele war die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ein Zeichen dafür, dass nahezu jeder die Chance auf das mächtigste Amt der Welt hat. Dementsprechend viele Kandidaten machen sich bereit für die nächste Runde im Kampf um das Weiße Haus. Die New York Times hat sich bei den Demokraten umgesehen – und eine Liste mehr oder weniger aussichtsreicher Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur erstellt.

Zwei Kandidaten, die sich schon während der letzten Präsidentschaftswahlen großer Beliebtheit erfreuen durften sind Bernie Sanders und Ex-Vizepräsident Joe Biden. Besonders die Jugend war begeistert von Bernie Sanders und zog unter dem Motto „Feel the Bern“ für ihn in den Wahlkampf. Unermüdlich setzt er sich auch nach der verlorenen Wahl für seine Ideale ein – und dürfte anderen Kandidaten damit zumindest bezüglich seiner Glaubwürdigkeit einige Punkte voraus sein. Bei der Wahl 2020 wäre Sanders 79 Jahre alt. Zumindest was das Alter angeht, ist Vizepräsident Joe Biden gleichauf. Er wird im November 2020 78. Beiden Männern rechnet die New York Times aber geringe Chancen für die nächsten Wahlen aus.

Populismus und Establishment

Dafür sieht die Zeitung einige Populisten in den Startlöchern. Darunter Elizabeth Warren, Senatorin für Massachusetts, Sherrod Brown, Senator für Ohio, und Jeff Merkley, Senator für Oregon. Schwer werden es wohl Kandidaten haben, die eindeutig zum Establishment zählen – das heißt nicht, dass sie es nicht versuchen werden. Die New York Times verweist zum Beispiel auf Cory Booker, einen New Jersey Senator, Kirsten Gillibrand, Senatorin für New York, Amy Klobuchar, seit zehn Jahren Senatorin für Minnesota, und Kamala Harris, seit 2017 Senatorin für Kalifornien.

Prominente Paten

Genauso schwierig wie für diejenigen, die zum Establishment gehören, dürfte es in den kommenden Wahlen für Kandidaten sein, die sich öffentlich als Clinton-Fans offenbaren. Trotzdem rät die New York Times, den jahrelangen Unterstützer von Bill und Hillary, Terry McAuliffe, nicht zu unterschätzen. Prominente Unterstützung hat auch Deval Patrick. Der ehemalige Gouverneuer von Masschusetts soll Rückendeckung von Barack Obama selbst haben – neben einer ähnlichen Geschichte und ebenso guten rhetorischen Fähigkeiten.

Besondere Fähigkeiten

Ein bisschen Humor ist wahrscheinlich nicht das schlechteste Accessoire, um in der aktuellen Weltpolitik zu bestehen ohne verrückt zu werden. Al Franken hat genügend davon. Der Senator für Minnesota war früher Comedian und Radiomoderator, feuert aber noch immer scharfsinnige Sprüche ab. In einer Debatte mit Trump könnte das vielleicht nicht schaden.

Als „Millennial Whisperers“ stellt die New York Times gleich eine ganze Gruppe möglicher demokratischer Präsidentschaftskandidaten vor. Kein unbedeutender Titel, denn die Millennials werden in den USA bei der nächsten Wahl eine entscheidende Wählergruppe sein. Seth Moulton ist Kongressabgeordneter für Massachusetts – und erst 38 Jahre alt. Tim Ryan ist 44 Jahre alt und Mitglied des Repräsentantenhauses. Und dann wäre da noch Christopher Murphy, ebenfalls 44, Social Media affin und Senator für Conneticut.

Männer des Volkes

Kandidaten, die sich bereits in politischen Positionen erfolgreich außerhalb des Senats bewähren, haben laut New York Times auch Potenzial fürs höchste Amt des Staates. In der Liste findet sich zum Beispiel John Hickenlooper, Gouverneur von Colorado, Steve Bullock, Gouverneur von Montana, Eric Garcetti, Bürgermeister von Los Angeles, und Mitch Landrieu, Bürgermeister von New Orleans.

Money makes the President

Den Rest der NYT-Liste bildet ein illustrer Haufen, dessen Mitglieder vor allem eines gemein haben: Geld. Spätestens seit Donald Trump meinen einige Milliardäre, ein paar volle Konten und eine große Klappe reichen um Präsident der USA zu werden. Und sie könnten Recht behalten.

Als heiße Anwärter auf das Weiße Haus – oder zumindest die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten – hat laut NYT zum Beispiel Mark Cuban. Er ist der Besitzer der NBA-Mannschaft Dallas Mavericks und war – wie Trump – schon im Reality-TV zu sehen. Neben ihm ist auch Howard Schultz auf der Liste zu finden – der Gründer der Kaffeekette Starbucks. Noch mehr Ähnlichkeiten mit dem derzeitigen Präsidenten sieht die NYT in Dwayne Johnson alias The Rock. Der Schauspieler und Wrestler hat schon Interesse am Amt bekundet – und verfügt immerhin über ausreichend Popularität. Auch keinesfalls unpolitisch ist Talk-Legende Oprah Winfrey. Als der konservative Journalist John Podhoretz sie in einem Artikel als Hoffnungsträgerin der Demokraten für 2020 bezeichnete, tweetete Oprah Winfrey den Beitrag und bedankte sich für das Vertrauen. Ein Kampagnenauftakt?