KommentarWarum Migration Vorteile bringt

Migrantin
Migrantin in Berlin: Zuwanderung trägt zum Wohlstand bei
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Im Jahr 2000 definierten die Vereinten Nationen Millennium-Entwicklungsziele (MEZ), um schneller Fortschritte bei wichtigen Entwicklungszielen zu erreichen wie die Bekämpfung der Armut, die Förderung der Gleichberechtigung und die Ausrottung von Krankheiten. Aber die Architekten der MEZ haben ein wichtiges Thema vergessen: die Migration. Zum Glück sieht es so aus, als würden die führenden Politiker der Welt bei der Entwicklungsagenda für die Zeit nach 2015 denselben Fehler nicht noch einmal machen.

Peter Sutherland
Peter Sutherland ist Vorsitzender der London School of Economics, nicht geschäftsführender Vorsitzender von Goldman Sachs International und Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für internationale Migration und Entwicklung

Allein die Überweisungen von Migranten aus dem Ausland nach Hause sollten genügen, die Welt davon zu überzeugen, dass Migration auf der Tagesordnung für die Zeit nach 2015 einen wichtigen Platz einnehmen muss. Im letzten Jahr überwiesen aus Entwicklungsländern stammende Migranten schätzungsweise 414 Mrd. Dollar an ihre Familien – das Dreifache der offiziellen Entwicklungshilfe. Über eine Milliarde Menschen sind auf solche Zahlungen angewiesen, um Ausbildung, Gesundheitsversorgung, Wasser und Hygiene zu bezahlen. Und als ob das noch nicht genug wäre haben Rücküberweisungen einen bedeutenden makroökonomischen Nutzen. Sie ermöglichen es den Ländern, unverzichtbare Importe zu bezahlen, Zugang zu privaten Kapitalmärkten zu erhalten und für Staatsanleihen niedrigere Zinsen zu erzielen.

Aber viele nützliche Effekte der Migration werden verschwendet. Im letzten Jahr wurden von Finanzvermittlern durchschnittlich neun Prozent an Gebühren erhoben, was in der Summe schätzungsweise 49 Mrd. Dollar des Einkommens der Migranten entspricht. Weitere Milliarden werden von kriminellen Anwerbern abgeschöpft, die häufig ein Drittel der Einkünfte eines Migranten für sich behalten. Und auch Schmuggel, Verschleppung, Ausbeutung und Diskriminierung fordern einen unberechenbaren menschlichen Preis.

Werbung für Migration

Das ist der Punkt, an dem die Entwicklungsagenda für die Zeit nach 2015 ins Spiel kommt. Wenn die richtigen Anreize gesetzt werden, können Regierungen und Unternehmen zu Initiativen angeregt werden, damit ein größerer Teil der Zahlungen bei den armen Familien ankommt, die Rechte der Migranten geschützt und Diskriminierungen verhindert werden.

William Lacy Swing
William Lacy Swing ist Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration

Gleichzeitig kann die Agenda dazu beitragen, das Ansehen der Zuwanderer zu verbessern. Momentan wird Migration oft als Zeichen für ein Versagen des Heimatlandes gesehen, den Menschen adäquate Chancen zu bieten, während die Einwohner der Zielländer häufig glauben, Migranten nähmen ihnen ihre Arbeitsplätze weg, drückten die Löhne oder beuteten ihre Sozialsysteme aus.

Aber die Tatsache, dass neun Prozent der britischen Bürger im Ausland leben, zeigt, dass Menschen unabhängig vom Reichtum ihres Heimatlandes auswandern. Darüber hinaus ist erwiesen, der Beitrag der Migranten ist größer als das, was sie in Anspruch nehmen, da durch sie Wissenstransfer, Handel, Tourismus und Investitionen gefördert und durch Firmengründungen sogar Arbeitsplätze geschaffen werden. Gleichzeitig übernehmen sie wichtige Arbeiten in der Kinder- und Altenpflege, im Gastgewerbe und in der Landwirtschaft, die für Einheimische unattraktiv sind.

Angesichts des unumstrittenen Nutzens von Migration überrascht es vielleicht, dass diese nicht in die MEZ aufgenommen wurde. Das Problem ist, dass im Jahr 2000 weder genügend Beweise für die Effekte der Migration auf die Entwicklung noch ausreichende politische Unterstützung vorhanden war, um einen solchen Zusatz zur Agenda durchzusetzen.