PandemieDiese Impfungen werden schon jetzt empfohlen

Weltweit wird mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht
Weltweit wird mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforschtimago images / Alexander Limbach

„Deutschland sucht den Impfpass“ – dieser alte Slogan ist dieser Tage aktuell wie nie. Angesichts der Covid-19-Pandemie gilt es, sich so gut wie möglich gegen Infektionskrankheiten zu schützen. Die vom Bundesgesundheitsministerium berufene Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt jedem Erwachsenen, sich nach zehn Jahren die Auffrischungsimpfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie (Atemwegsinfektion) und Pertussis (Keuchhusten) zu holen. Menschen ab 60 Jahren sollten sich zudem gegen Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündungen auslösen können) immunisieren lassen.

Grippeimpfung für diese Personen

Besonders groß ist in dieser Saison das Interesse an der Grippeimpfung. Das sah früher anders aus. Laut der STIKO waren in den vergangenen Jahren nur etwa 35 Prozent der Menschen über 60 Jahren gegen Grippe geimpft. Sie gehören zu den Risikogruppen, denen die Influenzaimpfung grundsätzlich empfohlen wird. Das gilt zudem für:

  • Schwangere
  • chronisch Kranke
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die mit Risikopersonen leben oder sie betreuen

Geimpft werden sollten ferner Menschen, die wegen ihres Berufs einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, also beispielsweise medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr.

Grippe: Keine generelle Impfempfehlung

„Auch während der Covid-19-Pandemie sind diese Empfehlungen weiterhin gültig“, betont das Robert-Koch-Institut. Allerdings wird die Grippeimpfung trotz der aktuellen Lage nicht für alle Menschen empfohlen. „Eine Influenza-Erkrankung bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren verläuft in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen. Auch im Rahmen der Covid-19-Pandemie spricht die STIKO keine generelle Impfempfehlung aus“, teilt das RKI mit.

Das bedeute jedoch nicht, dass die Experten anderen Personen von der Immunisierung abraten: „Bei Bedarf sollte geklärt werden, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Auch viele Arbeitgeber bieten ihren Angestellten die Influenzaimpfung an, um Grippeerkrankungen und dem damit verbundenen Arbeitsausfall vorzubeugen.“

Die Schutzwirkung der Grippeimpfung liegt laut RKI je nach Alter zwischen 40 und 80 Prozent. Die Zahl der Todesfälle schwankt von Jahr zu Jahr stark, von mehreren Hundert bis über 20.000 Toten. Der Impfschutz tritt meist nach 10 bis 14 Tagen ein. Die Grippewelle erreicht ihren Höhepunkt dem RKI zufolge nach dem Jahreswechsel. Geplante Impfungen sollten daher bis Mitte Dezember durchgeführt werden.