BilderstreckeFür diese Produkte gelten US-Strafzölle

Das neue Rindfleisch-Abkommen, das amerikanischen Produzenten künftig einen besseren Marktzugang in Europa gewährt, gilt als Zugeständnis der EU im Handelsstreit mit den USA. Schon im Juni hatte die EU-Kommission angekündigt, dass künftig 45.000 Tonnen an Rindfleischeinfuhren für US-Anbieter reserviert werden sollen – und damit womöglich weitere US-Sonderzölle verhindert.

Die EU muss das Abkommen noch final bestätigen, Zeit zum Aufatmen bleibt allerdings kaum, denn eine Entscheidung über mögliche US-Strafzölle auf Autoimporte steht weiterhin aus. Das weiß auch US-Präsident Donald Trump. Bei der Unterzeichnung des Handelsabkommens am Freitag scherzte er: Die USA würden an einem Abkommen arbeiten, in dem sich die EU dazu bereit erklären werde, 25 Prozent auf Autos von Mercedes Benz und BMW zu zahlen, die in die USA eingeführt würden.

Seit mehr als einem Jahr sind die Strafzölle auf EU-Autoimporte im Gespräch. Grund für die Drohung ist laut den USA das Zollungleichgewicht. So gelten für Autoimporte in die EU Zölle von zehn Prozent. Die USA verlangen für europäische Autoimporte bislang dagegen nur 2,5 Prozent. Mit einer Entscheidung aus Washington wird im November gerechnet.

Zollstreit mit der EU

Immer wieder werden aus Washington aber auch neue Androhungen für US-Strafzölle laut. Dahinter steht die Behauptung, Handelspartner würden amerikanische Unternehmen benachteiligen. Ein Beispiel ist die jüngste Androhung von Zöllen auf französischen Wein, mit der die USA auf die von Frankreich beschlossene Digitalsteuer für global agierende Internetfirmen – viele davon aus den USA – reagieren wollen.

Auch wegen der europäischen Subventionierung des Flugzeugherstellers Airbus, drohen die USA mit Strafzöllen unter anderem auf Pasta, Oliven, Käse und Whiskey. Die EU wirft den USA dagegen vor, dem eigenen Flugzeugbauer Boeing unter die Arme zu greifen. Die Welthandelsorganisation hatte sich schließlich dem Streit angenommen und stellte Regelverstöße auf beiden Seiten fest, eine abschließende Entscheidung steht aber noch aus.

Zwar bleibt es bei den angekündigten Zollmaßnahmen häufig nur bei Androhungen im vergangenen Jahr machten die US-Regierung allerdings mehrfach Ernst – und verhängten die angekündigten Zollstrafen auch. Viele Handelspartner, darunter auch die EU, reagierten daraufhin mit eigenen Strafzöllen auf US-Produkte.

US-Strafzölle auf chinesische Produkte

Mit China entwickelten sich dieser Zollstreit sogar zum ausgewachsenen Handelskrieg, der sich zuletzt wieder verschärfte: Am Donnerstagabend kündigte Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter die nächste Tranche mit US-Strafzölle. Davon sollen chinesische Importwaren im Wert von 300 Mrd. Dollar betroffen sein. Am 1. September sollen die neuen Zölle in Kraft treten. China reagierte darauf am Montag mit der Abwertung des Yuan. Damit werden chinesische Exporte in den Dollar-Raum billiger – und konnten somit die Effekte neuer Strafzölle verfehlen.

Bislang gelten die US-Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von insgesamt 250 Mrd. Dollar. Nach einer Übersicht des US Census Bureau über die US-Importe chinesischer Waren der vergangenen Jahre entspricht das etwa der Hälfte aller Importe für 2018 – insgesamt ein Wert von etwa 540 Mrd. Dollar.

Das Büro des Handelsvertreters, Robert Lighthizer, hat mittlerweile sogar eine eigene Suchmaschine eingerichtet. Anhand der Zolltarifnummer lässt sich darüber ermitteln, ob die jeweiligen Waren unter die Strafzoll-Regelung fallen. Dazu gehören auch diese Produkte:

Auf diese zehn Produkte gelten US-Strafzölle