RanglisteTU München ist erfolgreichste Gründeruni Deutschlands

Der Haupteingang zur alten Technischen Universität in München
Der Haupteingang zur alten Technischen Universität in MünchenIMAGO / argum

Keine andere deutsche Hochschule bringt so viele Gründungen hervor wie die Technische Universität München. 67 der 500 erfolgreichsten deutschen Start-ups haben dort ihren Ursprung, darunter die Softwarefirma Celonis, das HR-Start-up Personio und das Flugtaxi-Unternehmen Lilium. Die TU liegt damit weit vor der LMU München, die mit 52 Start-ups den zweiten Platz im Ranking der führenden Gründerunis belegt. Auf Rang drei folgt die WHU – Otto Beisheim School of Management mit insgesamt 48 Gründungen. Das zeigt eine Studie der TU München und des Frühphaseninvestors Blockrocket.

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Gemessen an der Anzahl der Gründungen haben die großen staatlichen Universitäten im Ranking die Nase vorne. Anders verhält es sich bei der Gründungsdichte: Die meisten Start-ups pro 1000 Studenten bringen in der Regel private Business-Schools hervor. Platz eins belegt hier die WHU, wo auf 1000 Studenten 35 Gründungen kommen. Danach folgen die ESCP Business School mit 27 und die EBS in Oestrich-Winkel mit neun Gründungen.

„Universitäten bieten eine Plattform, auf der sich Gründer kennenlernen und vernetzen“, sagt Isabell Welpe, Studienautorin und Professorin für Strategie und Organisation an der TU München. So war es etwa beim Flugtaxi-Start-up Lilium: Der Legende nach entstand die Idee des Unternehmens bei einem Spaghetti-Essen in einer Wohngemeinschaft. Auch die Gründer des mittlerweile 10 Mrd. Dollar schweren Software-Start-ups Celonis lernten sich im Studium kennen. Ihre Geschäftsidee entwickelten sie bei einem Projekt der studentischen Unternehmensberatung. Insgesamt haben nach der Studie mindestens 80 Prozent der 500 untersuchten Start-ups einen Hochschulbezug.

Erfolgreiche Gründerschmieden hätten eine auffällige Nähe zu Wirtschaft und Technik, sagt Welpe. Je mehr Personal aus der Praxis komme, desto erfolgreicher seien die Vorhaben. „Die Top-Universitäten zeichnen sich durch externe Entrepreneurship-Programme aus, die Freiräume schaffen und über Fächergrenzen hinweggehen“, so die Wirtschaftsprofessorin. Viele Hochschulen hätten hier Nachholbedarf. „Die universitäre Lehre ist in Deutschland oft in Silos organisiert. Erfolgreiche Gründerteams sind aber interdisziplinär, man müsste also die Fächergrenzen mehr aufbrechen.“

Für das Ranking haben Isabell Welpe und ihr Team die 500 erfolgreichsten Startups untersucht, die in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland gegründet wurden. Als Ausgangspunkt der Analyse diente die Top-500-Liste des Branchendiensts Crunchbase. Das Start-up-Portal misst den Gründungserfolg unter anderem auf Basis des eingesammelten Kapitals sowie anhand der Medienpräsenz. Im Rahmen der Untersuchung haben Studienautoren die Bildungsbiografie von 823 Gründern ausgewertet. Das Ranking ist nicht repräsentativ für alle Gründungen in Deutschland.