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Sanktionen Russische Superyachten im Wert von 2 Mrd. Euro festgesetzt

Luftaufnahme der 156 Meter langen Yacht Dilbar, die dem Oligarchen Alisher Usmanow gehört. Gebaut wurde sie von der deutschen Lürssen Werft
Luftaufnahme der 156 Meter langen Yacht Dilbar, die dem Oligarchen Alisher Usmanow gehört. Gebaut wurde sie von der deutschen Lürssen Werft
© IMAGO / Peter Seyfferth
Mehr als ein Dutzend Superyachten wurden in den letzten fünf Wochen in europäischen Häfen beschlagnahmt oder gepfändet. Die Aktionen sind Teil der Sanktionen gegen russische Milliardäre

Von Hamburg bis Mallorca liegen nunmehr mindestens 13 der schwimmenden Paläste vor Anker, nur mit Notbesatzungen an Bord. Behörden in den USA, Großbritannien und der Europäischen Union haben die Schiffe ins Visier genommen, um das Vermögen ultrareicher Russen einzufrieren, denen Verbindungen zum Kreml und Präsident Wladimir Putin nachgesagt werden.

Die größte und teuerste der beschlagnahmten Superyachten ist die Dilbar, eine 156 Meter lange Motoryacht im Besitz von Alisher Usmanow, der von den USA, Großbritannien und der EU sanktioniert wurde.

Erbauer Lürssen nannte das Schiff „eine der komplexesten und anspruchsvollsten Yachten, die je gebaut wurden“. Sie hat zwei Hubschrauberlandeplätze und mit 25 Metern den größten Pool, der jemals auf einer Yacht installiert wurde. Nach Angaben des Datenanbieters VesselsValue ist sie zwischen 587 und 625 Mio. Dollar wert. Das Schiff liegt seit etwa einem Monat in Hamburg.

13 Yachten im Wert von umgerechnet etwa 2 Mrd. Euro wurden festgesetzt
13 Yachten im Wert von umgerechnet etwa 2 Mrd. Euro wurden festgesetzt
© Bloomberg

Zuletzt wurde am Montag die 95-Mio.-Dollar-Yacht Tango des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg in Spanien beschlagnahmt. Das geschah auf Ersuchen der USA, wo Vekselberg mit Sanktionen belegt ist. Zwei nicht identifizierte Angestellte eines Unternehmens, das Dienstleistungen für das Schiff anbietet, waren die Hauptquellen der Information, dass er der Eigentümer ist. Die Beschlagnahmung wurde durch die Task Force KleptoCapture des Justizministeriums koordiniert und war die erste ihrer Art, wobei Generalstaatsanwalt Merrick Garland sagte, dass es nicht die letzte sein werde.

Insgesamt haben die beschlagnahmten Superyachten der sanktionierten Russen einen Wert von umgerechnet mehr als 2 Mrd. Euro. Viele sind luxuriös ausgestattet mit Infinity-Pools, Spas und Kristallleuchtern.

Auch während der Liegezeiten im Hafen müssen die Schiffe von Spezialisten gewartet werden. Für die Besatzungen, deren Gehälter womöglich von sanktionierten Personen gezahlt werden, und für die Häfen, die auf Liegegebühren der Schiffseigner angewiesen sind, kann das ein Problem werden.

Einige Schiffe in russischem Besitz haben sich derweil in freundlichere Gewässer verabschiedet und damit den Behörden entzogen. Zwei Superyachten von Roman Abramowitsch, die zusammen weit über 1 Mrd. Dollar wert sind, sind in den letzten Wochen von Barcelona und St. Martin in der Karibik in die Türkei ausgelaufen. Die 142 Meter lange Nord des Stahltycoons Alexei Mordaschow, die erst im vergangenen Jahr von Lürssen ausgeliefert wurde, ist auf dem Weg nach Wladiwostok in Russland. Andere Schiffe nehmen Kurs auf Dubai oder haben sogar ihre Transponder abgeschaltet, damit sie nicht auffindbar sind.

Mehr Geschichten wie diese finden Sie auf bloomberg.com

©2022 Bloomberg L.P.


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