KonjunkturLöhne & Hundesteuer: 5 Zahlen zur Coronakrise

Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe. Vielerorts leidet der Einzelhandel unter den Folgen des Lockdowns. Viele Händler verzeichnen starke Umsatzeinbußen, Geschäfte geben auf, während der Online-Handel floriert.imago images / Winfried Rothermel

#1 Corona lässt Löhne sinken

In der Coronakrise sind die Löhne in Deutschland seit Jahren erstmals wieder gefallen. Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen lagen im Jahresdurchschnitt gut 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie das Statistische Bundesamt im Februar 2021 mitteilte. „Die Coronakrise und der daraus resultierende vermehrte Einsatz von Kurzarbeit hat die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung im Jahr 2020 stark beeinflusst und führte erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2007 zu einem nominalen Verdienstrückgang.“ Das Kurzarbeitergeld wurde dabei allerdings nicht berücksichtigt. Die Reallöhne sanken den Angaben zufolge um durchschnittlich 1,0 Prozent. Anders als zu Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hätten Arbeitnehmer damit Verdiensteinbußen hinnehmen müssen, teilte die Bundesbehörde mit.

#2 Gastgewerbe: minus 39 Prozent

Das Gastgewerbe gehört zu den Verlierern der Coronakrise. Der Umsatz verringerte sich preisbereinigt um 39,0 Prozent. Im Dezember 2020 lag der Umsatz real (kalender- und saisonbereinigt) 72,3 Prozent und nominal (nicht preisbereinigt) 70,8 Prozent unter dem Wert vom Vorjahresmonat. Besonders hart traf es Hotels und andere Beherbergungsunternehmen mit einem Minus von real 83,4 Prozent. „In der Gastronomie fiel der Umsatz gegenüber Dezember 2019 real um 66,8 Prozent. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im Dezember 2020 um 44,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats“, teilte das Statistische Bundesamt mit.

#3 Nur leichter Rückgang beim Bier

Trotz geschlossener Kneipen fiel der Corona-Rückgang für hiesige Brauereien vergleichsweise niedrig aus. Sie setzten laut der Statistikbehörde 2020 rund 8,7 Milliarden Liter Bier ab. Das seien 5,5 Prozent weniger gewesen als 2019. Das Minus bei den Biermischgetränken belief sich nur auf 2,9 Prozent. Der Export in Nicht-EU-Staaten erhöhte sich sogar um 3,7 Prozent auf 725,3 Millionen Liter. Den stärksten Rückgang beim Bierabsatz verzeichneten die Statistiker im April 2020 (minus 17,3 Prozent).

#4 Kaum Minus bei der Fleischerzeugung

Wegen Verstößen gegen Hygiene- und Abstandsregeln waren 2020 einige Großschlachtbetriebe vorübergehend geschlossen worden. Die Coronakrise wirkte sich allerdings kaum auf die Fleischproduktion in Deutschland aus. Sie lag mit 7,8 Millionen Tonnen nur rund 1,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. 2019 hatte die Branche laut dem Statistischen Bundesamt bereits einen Rückgang von 1,4 Prozent verzeichnet. „Die Ergebnisse legen nahe, dass die durch Corona-bedingten Betriebsschließungen entstandenen Kapazitätsengpässe von anderen Betrieben aufgefangen werden konnten. Insgesamt wurden in den Schlachtbetrieben 57,6 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 670,1 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet“, hieß es.

#5 Rekord bei Hundesteuer

Offenbar haben sich viele Menschen in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Homeoffice einen Hund zugelegt. Die Einnahmen aus der Hundesteuer stiegen in den ersten drei Quartalen 2020 auf den Rekordwert von 331 Mio. Euro. Das waren laut dem Statistischen Bundesamt 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings geht der Trend seit Jahren zum steuerpflichtigen Vierbeiner. 2009 hatte die Hundesteuer Städten und Gemeinden noch 248 Mio. Euro eingebracht.

 


Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Hier können Sie sich anmelden