ExklusivHRE-Bad Bank verkauft Hotels in Mexiko

Hotel Acapulco
Schwieriges Erbe: das Fünf-Sterne-Hotel Acapulco Princess

Die Bad Bank der verstaatlichten Münchner Bankenholding Hypo Real Estate (HRE) kommt mit der Abwicklung ihres Erbes voran. Ende März verkaufte die FMS Wertmanagement zwei Luxushotels im mexikanischen Badeort Acapulco. Das berichtet Capital in seiner neuen Ausgabe, die am 23. April erscheint. Der Investor Autofin zahlte nach Capital-Informationen für die Fünf-Sterne-Hotels Acapulco Princess und Pierre Marqués 180 Mio. Dollar – und damit deutlich mehr als von der FMSW erwartet.

In den vergangenen Jahren hatten die Hotels immer wieder für Schlagzeilen gesorgt und sogar die mexikanische Regierung auf den Plan gerufen. Die Immobilien waren typisch für das HRE-Erbe, für das seit 2009 der deutsche Steuerzahler haftet. Noch kurz vor dem Kollaps des US-Immobilienmarktes hatte die HRE 2007 dem amerikanischen Investor GHI 277 Mio. Dollar für den Kauf der Hotels und der umliegenden Golfplätze direkt am Pazifik geliehen. 2010 stellte GHI die Zahlungen ein: Wirtschaftskrise und der brutale Drogenkrieg in Acapulco hätten die Bedingungen für das Projekt zerstört.

Preis übertrifft den Buchwert

Damit fielen die Hotels an die inzwischen selbst kollabierte HRE – und an deren Abwicklungsgesellschaft FMSW. Seit 2010 versucht die Bad Bank, die HRE-Geschäfte zu Geld zu machen und hat deren Bestand von einst 175 Mrd. Euro inzwischen auf rund 100 Mrd. Euro reduziert. Am Dienstag wird die Bad Bank ihre Bilanz für 2014 vorlegen.

In einer internen Mitteilung nannte die FMSW das Geschäft zwischen drei Parteien einen der „komplexesten und schwierigsten Fälle“ im Portfolio der Bank. Der Preis übertreffe nicht nur den Buchwert, sondern decke alle angefallenen Kosten ab. Zwischenzeitlich hatte sie das Hotel nur noch mit einem zweistelligen Millionenbetrag bewertet und hatte selbst einen Verlust befürchtet.

Trotz des nun erzielten Preises bleibt es aber bei einem herben Verlust für den Steuerzahler. Der Berliner Lobbyist Andreas Geiger, der GHI beraten hatte, kritisierte daher die FMSW: „Erst auf politischen Druck des Finanzausschusses des Bundestags hat die FMSW endlich verkauft. Dadurch betrug der Schaden für den deutschen Steuerzahler nur 100 Mio. Euro, sonst wäre er wohl noch höher ausgefallen.“

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