CO2-StudieGardena: für grünere Gärten

Gardena-Firmenzentrale in UlmPR

Benzinrasenmäher? Nicht mehr im Angebot. Beim Ulmer Unternehmen Gardena arbeitet man seit Längerem daran, das Sortiment an Gartengeräten auf elektrische und batteriebetriebene Produkte umzustellen. Es ist eine von vielen Maßnahmen, mit denen der europäische Marktführer, der in Deutschland 1950 Mitarbeiter und 2019 einen Umsatz von 790 Mio. Euro hatte, seinen CO2-Fußabdruck verbessern will.

Ausschlaggebend war eine strategische Neuausrichtung der schwedischen Husqvarna-Gruppe, zu der Gardena gehört: Bereits 2014 sei die Nachhaltigkeit in der Agenda verankert worden, sagt Hede-Marie Hauser, die das Thema bei Gardena als Vice President verantwortet. „Unser damaliger CEO hat klipp und klar kommuniziert, dass wir unseren fairen Anteil zum Pariser Klimaabkommen beitragen wollen.“ Die Husqvarna-Gruppe will ihre CO2-Emissionen laut Nachhaltigkeitsbericht bis 2035 um 33 Prozent reduzieren, bis 2050 CO2-neutral sein und generell das Unternehmenswachstum von CO2-Emissionen entkoppeln.

Bei Gardena soll es etwas schneller gehen: Bereits bis 2025 sollen die Emissionen des Unternehmens halbiert werden. „Wir messen den CO2-Fußabdruck unserer Produkte und unserer Transporte, die wir vom Lagerzentrum aus zum Verbraucher und zum Handel verantworten“, sagt Hauser. Emissionen sollen zum Beispiel durch die Optimierung des Laderaums verringert werden.

„Wir geben Investitionsentscheidungen nicht mehr frei, wenn Nachhaltigkeit und Energieeffizienz nicht positiv berücksichtigt werden“

Hede-Marie Hauser

Gleichzeitig wolle man auch die indirekten Emissionen reduzieren, die durch die Anwendung der Gardena-Produkte entstehen. „Wir messen, welche Lebensdauer das Produkt hat, wie oft es verwendet wird und welche CO2-Emissionen damit verbunden sind“, sagt Hauser. Nicht nur die Benzinrasenmäher flogen so aus dem Sortiment, Gardena führte auch ein Akku-System ein, das für Geräte verschiedener Hersteller verwendet werden kann – so wird Elektromüll vermieden.

Ein weiterer Fokus ist die Umstellung auf Ökostrom. „Seit dem 1. Januar 2021 beziehen wir weltweit für unsere Produktionsstätten und den Hauptsitz in Ulm 100 Prozent erneuerbare Energien“, sagt Hauser. Zudem versuche man, Energie zu sparen, auch an kleinen Stellen, die sich aufsummieren, etwa „Produktionsbänder, die nicht mehr durchgängig laufen, oder das Licht, das erst angeht, wenn jemand die Tür öffnet“. Das Thema sei inzwischen zentral bei allen Unternehmensprozessen: „Wir geben Investitionsentscheidungen nicht mehr frei, wenn Nachhaltigkeit und Energieeffizienz nicht positiv berücksichtigt werden.“

In der Corona-Krise habe man „kontrollierte Kompromisse“ eingehen müssen, räumt Hauser ein. „Als es Lieferschwierigkeiten gab und die Baumärkte händeringend Ware suchten, mussten wir uns zeitweise für Luftfracht entscheiden, was wir unter normalen Bedingungen nicht getan hätten.“ Gleichzeitig habe man in der Corona-Zeit auch Einsparpotenziale entdeckt, sagt Gardena-Sprecher Heribert Wettels: „Wir reisen weniger und glauben nicht, dass wir zum Niveau an Geschäftsreisen vor der Pandemie zurückkehren werden.“ Für die Zukunft nimmt sich Gardena vor, die Produktion und Logistik noch energieeffizienter zu gestalten.

  • CARR-Wert (in Prozent) 35,3
  • Emissionsintensität 14,3
  • CO-Emissionen (in Tonnen) 11385

Die vollständige Tabelle mit allen Ergebnissen der CO2 Studie sowie Hinweise zur Methodik finden Sie hier: