TeslaElon Musk, der Illusionskünstler

Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon MuskGetty Images

Die Bilder des Starts der Falcon Heavy-Rakete gehen um die Welt – und wieder einmal zieht der kalifornische Unternehmer Elon Musk die Menschen in seinen Bann. Dass in seiner Kernfirma Tesla derzeit kaum etwas klappt und die Produktion des neuen Model 3 nicht vorankommt – geschenkt. Musk ist ein Meister der Ablenkung. Je mehr sich die schlechten Nachrichten aus seinen Fabriken häufen, je größer die Verluste, die Tesla anhäuft, desto irrer werden die Ideen, die Musk den Menschen präsentiert. Das Ziel: die Investoren bei Laune halten. Es ist ein bisschen wie bei dem Illusionskünstler David Copperfield: Während der vorne die Arme schwingt und mit Tüchern wedelt, klettert hinten die angeblich zersägte Jungfrau aus der Kiste. Die fünf größten Ablenkungsmanöver des Elon Musk:

#1 Lastwagen

Kaum waren die ersten Berichte über Probleme in der Produktion des Tesla-Massenautos Model 3 erschienen, redete Musk über etwas völlig anderes. Einen Elektro-Truck! Der so genannte Semi soll eine Reichweite von 800 Kilometern haben. Und eine Frontscheibe, die auch nukleare Explosionen übersteht, wie Musk nur halb im Scherz behauptete. Fachleute fragten bald, ob die für eine solche Reichweite nötige Menge an Batterien nicht viel zu schwer zu laden sei und das ganze dann nicht viel zu teuer werde. Aber da war Musk schon längst weiter, nämlich beim…

#2 …neuen Roadster

Der Tesla-Rennwagen ist die Neuauflage des Ur-Tesla, eines Autos, das sich, nun ja, weltweit exakt 2450 mal verkauft hat. Und weil Musk Geschichten und Bilder liebt, ließ er den neuen Roadster einfach aus dem Anhänger des zuvor vorgestellten Lkw-Prototypen herausfahren. Unter Kunstnebel natürlich. Und wieder Superlative: elektrische Reichweite 1000 Kilometer, Höchstgeschwindigkeit 400 Stundenkilometer, das am schnellsten beschleunigende Serienauto überhaupt. Bevor aber irgendjemand nachrechnen konnte, war Musk schon im…

#3 …Weltall

Dorthin nämlich schoss Musk ein Exemplar seiner Roadster-Serie, und zwar an Bord einer Falcon Heavy-Rakete seiner Weltraum-Firma SpaceX. Im Wagen soll rund um die Uhr der Song „Space Oddity“ von David Bowie laufen. Was nur dann völlig verrückt klingt, wenn man nicht wie Musk glaubt, dass irgendwann Aliens auf das Auto stoßen werden. Ob dann allerdings nicht schon längst die Batterie alle sein wird, ist eine so langweilige Frage, dass Musk zuvor schon ein neues Thema angerissen hatte, und zwar sein…

#4 …Gehalt

Es mag merkwürdig klingen, aber auch aus schnödem Geld kann der Tesla-Chef eine Show machen. Ende Januar gab er bekannt, weitere zehn Jahre an der Spitze des Unternehmens stehen zu wollen, und zwar ohne Gehalt. In Form von Aktien bezahlt werden soll er nur, wenn der Börsenwert des Unternehmens eine Reihe von Zielwerten erreicht. Bis auf das zehnfache der heutigen Summe. Die Botschaft: Musk glaubt an seine Firma und deren Zukunft. Und wem das noch nicht reicht, dem schickt der Tesla-Chef einen…

#5 …Flammenwerfer

Das spielzeugartige Gerät wurde nicht von Tesla, sondern von Musks Erdbohr-Firma „Boring Company“ angeboten, und zwar zum Preis von 500 Dollar. Die 20.000 Exemplare waren rasch ausverkauft, was 10 Mio. Dollar in die Kasse spülte. Allerdings blieb Musk einem alten Geschäftsprinzip treu: Die Flammenwerfer waren zum Zeitpunkt ihres Verkaufs weder verschickt und vermutlich auch noch gar nicht produziert worden. Aber die Kunden hatten sie schon ordentlich auf Temperatur gebracht. Außerdem: So ein Flammenwerfer dürfte dann vielleicht doch deutlich leichter zu bauen sein als ein Auto.