KurseinbruchEine Korrektur, aber noch kein Trend

US-Präsident Trump beim Besuch des Maschinenbauers Sheffer
US-Präsident Trump beim Besuch des Maschinenbauers Sheffer Getty Images

Es war als habe ihn die frische Bergluft in einen Rausch versetzt: Als US-Präsident Donald Trump im vergangenen Monat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auftrat, pries er in überschäumenden Worten die Entwicklung an den Börsen. Die Aktienmärkte, so Trump, eilten „von Rekord zu Rekord“ und seien seit seiner Wahl „um fast 50 Prozent“ gestiegen. Das erste stimmte, das zweite war falsch.

An jenem Freitag schloss der US-Börsenindex S&P zwar mit einem neuen Rekord von 2872.87 Zählern, lag damit aber „nur“ 34 Prozent höher als am Tag von Trumps Wahl zum Präsidenten.

Nun ist das vorbei. Nachdem der Rekord vom Tag in Davos bereits leicht korrigiert worden war, hat sich der Rückgang zu etwas Größerem ausgeweitet. Die Kurse scheinen vorerst keinen Halt mehr zu kennen.

S&P 500 Index

S&P 500 Index Chart

Wichtigster Auslöser für diesen Absturz waren die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurden: Die Löhne steigen danach stärker als erwartet. Damit wird eine höhere Inflation wahrscheinlicher, was wiederum steigende Zinsen für sichere Anlageprodukte nach sich zieht. Das aber drückt auf den Wert von solchen Produkten, die ein höheres Risiko mit sich bringen.

Die große Frage ist nun: Haben sich die ökonomischen Perspektiven in den USA und anderen Industrieländern tatsächlich so stark geändert, dass dies eine strukturelle Verschiebung an den Märkten rechtfertigen würde? Oder gibt es gar keinen eindeutigen Grund für diese Korrektur – wie es nach Ansicht des Wirtschaftsprofessors Bob Shiller meistens ist, wenn es einen Umschwung an den Börsen gibt?

Schauen wir uns zunächst die ökonomische Begründung an: Die Stundenlöhne in den USA stiegen im Januar um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist der höchste Anstieg seit 2009. Erwartet worden waren nur 2,7 Prozent.

Rasch steigende Löhne scheinen ein Zeichen dafür zu sein, dass die US-Wirtschaft an Kapazitätsgrenzen stößt und die Währungshüter letztlich reagieren müssen, um die Lage abzukühlen. „Man kann nicht oft genug betonen, dass eine Aufwärtsbewegung beim Lohnwachstum die Hardliner in der US-Notenbank bestärken und die Softies schwächen wird“, sagt Ian Shepherdson, Chefökonom bei Pantheon Macroeconomics. „Zu diesem Unfall musste es irgendwann kommen.“

Nun muss Jay Powell, der frisch gebackene Chef der US-Zentralbank Fed, genau mit diesem Unfall umgehen.