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Warenhauskette Ein Investor will Galeria Karstadt Kaufhof zum deutschen Amazon machen

Der Galeria Kaufhof in der Stuttgarter Königsstraße gilt als Zweigstelle mit Zukunftsperspektive
Der Galeria Kaufhof in der Stuttgarter Königsstraße gilt als Zweigstelle mit Zukunftsperspektive
© IMAGO/Arnulf Hettrich
Schon lange drängelt sich niemand mehr in den Kaufhäusern. Deshalb kämpft Galeria Karstadt Kaufhof  mal wieder ums Überleben, und abermals droht vielen Filialen jetzt das Aus. Nur der Investor Markus Schön glaubt noch an das Konzept, er will etliche Filialen retten

Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof sucht erneut Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Der zuständige Insolvenzverwalter hat bereits Einschnitte angekündigt und in Aussicht gestellt, dass nur ein harter Kern von den 131 Kaufhäusern übrig bleiben werde. Doch es gibt einen Lichtblick: Investor Markus Schön. Der Geschäftsführer des Online-Händlers Buero.de hat Interesse an 47 gefährdeten Filialen in mittelgroßen Städten und fast 6000 Beschäftigten bekundet - etwa in Bad Homburg, Fulda, Goslar und Wismar.

Noch werden starke Marken in Innenstädten gemacht, ist sich Schön sicher. Für ihn ist das Schutzschirmverfahren deswegen eine einmalige Chance. Er ist sich sicher: „Je weniger spezialisiert man ist, desto leichter ist man im Internet zu ersetzen, aber mit Shop-in Shop-Konzepten kann man Innenstädte in mittelgroßen Lagen“, sagt Schön. Durch die Übernahme einiger Filialen würden digitale und stationäre Vertriebswege zusammengeführt und es entstünde eine Zukunftsfähigkeit, die Amazon und Ebay eine deutsche Alternative aufzeige.

Das Interesse daran, bestimmte Standorte zu erwerben, soll es laut Unternehmenskreisen bereits seit der Übernahme durch den österreichischen Investor René Benko gegeben haben. Erste Kontakte seien aber wieder eingeschlafen. Konkrete Übernahmeentscheidungen könnten deswegen aber sehr kurzfristig getroffen werden, da man nicht bei null anfangen würde. In den vergangenen Jahren seien schon mehrere Tausend Arbeitsstunden in Analysen der infrage kommenden Häuser geflossen.

Galeria hatte 2020 schon einmal ein Schutzschirmverfahren durchlaufen. Damals wurden bereits viele Filialen geschlossen und mehrere Tausend Beschäftigte verloren ihren Posten. Die Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstag versichert, um „jeden Arbeitsplatz“ kämpfen zu wollen. Verdi zufolge will der Galeria-Vorstand ein Drittel der Filialen schließen. Insgesamt arbeiten dort rund 17.400 Menschen.

Dieser Artikel ist zuerst auf ntv.de erschienen. 

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