PandemieDas Coronavirus bedroht Chinas Wachstum

Ärzte mit Schutzkleidung stehen am Bett eines Erkrankten in einem Krankenhaus in Wuhan
Ärzte mit Schutzkleidung stehen am Bett eines Erkrankten in einem Krankenhaus in Wuhandpa

Chinas Führung muss sich auf einen Einbruch des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal gefasst machen. Grund ist das ansteckende Coronavirus, das Konsum, Tourismus und Industrieproduktion belastet. Einige Städte haben wegen der Krankheit die Ferien rund um das chinesische Neujahrsfest um fast eine Woche verlängert.

Wegen des Virus, das zuerst in der zentralchinesischen Stadt Wuhan aufgetreten ist, sagten die Behörden Veranstaltungen während des einwöchigen Neujahrsfestes, das am Samstag begonnen hat, im ganzen Land ab. Bis Montagmorgen hat das Coronavirus mindestens 80 Menschen getötet und 2744 infiziert. Die Behörden reagierten mit einer noch nie dagewesenen Abriegelung einer Bevölkerung von etwa 40 Millionen Menschen rund um Wuhan in der Provinz Hubei.

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In der Finanzmetropole Schanghai wurden Unternehmen angewiesen, die Arbeit erst am 9. Februar wieder aufzunehmen. Und in der Industriestadt Suzhou wurde die Rückkehr von Millionen Wanderarbeitern bis zu einer Woche hinausgeschoben. Suzhou ist eines der größten Produktionszentren der Welt, in dem Unternehmen wie der iPhone-Lieferant Foxconn, Johnson & Johnson und Samsung Electronics Fabriken unterhalten.

Doppelte Herausforderung für Chinas-Führung

Die Unternehmen würden „durch Maßnahmen wie Anreize für eine angemessene Senkung der Kreditzinsen, die Verbesserung der Regelungen für die Verlängerung von Krediten und die Erhöhung von mittel- und langfristigen Krediten“ unterstützt, erklärte die chinesische Bankenaufsicht. Der Ölpreis fiel zum ersten Mal im Jahr 2020 unter die Marke von 60 Dollar pro Barrel, nachdem die Behörden vor einer schnelleren Ausbreitung des Coronavirus gewarnt hatten.

Der Zeitpunkt des Ausbruchs stellt eine doppelte Herausforderung für die Führung in Peking dar, die unter internationalem Druck steht, die Krise transparent und zügig zu bewältigen. Die Epidemie trifft China nicht nur während der Neujahrsfeier, an dem besonders viele Menschen unterwegs sind, um ihre Familien zu besuchen. Die Krankheit trifft China auch in einer Situation mit dem niedrigsten Wirtschaftswachstum seit fast 30 Jahren.

Für Staatspräsident Xi Jinping ist die Krise ein weiteres großes Problem neben der Protestbewegung in Hongkong, dem Handelskrieg mit den USA und dem Ausbruch der Schweinepest, der Millionen von Schweinen zum Opfer fielen und die die Inflation angeheizt hat.

Die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs auf den Reiseverkehr sind in den von der Regierung am Sonntag veröffentlichten Statistiken bereits zu erkennen. Der Bahnverkehr am Samstag, dem ersten Tag des neuen Jahres, ist nach Angaben des Verkehrsministeriums im Vergleich zum gleichen Tag des Vorjahres um etwa 42 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Passagierflüge brach um etwa 42 Prozent ein und der gesamte Verkehr im Land schrumpfte um etwa 29 Prozent.