ExklusivCevian will bei Thyssenkrupp-Aufspaltung mitmischen

Thyssenkrupp-Zentrale in Essen
Thyssenkrupp-Zentrale in Essendpa

Auch nach der Entscheidung zur Aufspaltung von Thyssenkrupp will Großaktionär Cevian Capital seinen Druck auf das Management hoch halten. „Wir sitzen nicht in Aufsichtsgremien, um Ruhe zu geben, sondern um im besten Sinne Aufsicht zu führen und Rat zu geben“, sagte der Cevian-Co-Chef Lars Förberg im Capital-Interview (Ausgabe 11/2018, EVT 18. Oktober). Cevian sei schließlich Besitzer von fast einem Fünftel des Aktienkapitals von Thyssenkrupp und fühle sich als Miteigentümer. „Wir unterstützen den Vorstand bei seiner Strategie. Aber sie muss jetzt auch richtig umgesetzt werden“, sagte Förberg.

Cover der neuen Capital
Cover der neuen Capital

Der schwedische Finanzinvestor ist mit einem Anteil von 18 Prozent zweitgrößter Aktionär des Industriekonzerns. In den vergangenen Monaten hatte Cevian Capital die Strategie des früheren Konzernchefs Heinrich Hiesinger scharf kritisiert und auf einen grundlegenden Umbau des Unternehmens gedrungen. Die Rücktritte von Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hätten ihn „überrascht“, sagte Förberg. Unter dem früheren Vorstand hätten die Kerngeschäfte von Thyssenkrupp „seit Jahren wesentlich schlechter abgeschnitten als die jeweilige Konkurrenz“. Als zentrale Ursache dafür nannte der Cevian-Chef die bisherige „schwerfällig und zentralisierte“ Konglomerats-Struktur des Unternehmens.

Mit Blick auf die geplante Aufspaltung des Konzerns zeigte sich der Cevian-Gründer überzeugt, dass die neue Struktur zu besseren Ergebnissen führen werde. „Alle Stakeholder werden davon profitieren, wenn die Strategie richtig umgesetzt wird“, sagte er. „Beide Unternehmen könnten sich künftig „in deutlich fokussierter Form besser entwickeln und auf ihre Stärken konzentrieren“. Das werde sich irgendwann auch in höheren Aktienkursen niederschlagen.

Im Interview mit Capital wies Förberg zudem den Vorwurf zurück, Cevian habe bei Thyssenkrupp auf eine Zerschlagung gedrungen, um möglichst schnell eine hohe Rendite aus dem Investment zu ziehen. Es gehe allein darum, Thyssenkrupp wettbewerbsfähig zu machen zu machen, da nur erfolgreiche Unternehmen Arbeitsplätze aufbauen und sichern können, so Förberg. „Daher sehe ich überhaupt keinen Konflikt zwischen den Interessen der Beschäftigten, der Gewerkschaften und jenen von Cevian. Wer hier einen Konflikt herbeiredet, will die Diskussion politisieren“, sagte der Cevian-Chef.