VG-Wort Pixel

Exklusiv Beratung PwC steigt bei KI-Start-up Westphalia DataLab ein

Der umtriebige Professor Reiner Kurzhals.
Der umtriebige Professor Reiner Kurzhals.
© PR
Ein Statistikprofessor aus Münster verkaufte sein erstes Start-up an McKinsey, bei seiner nächsten Firma beteiligt sich nun wieder eine Top-Beratung

Münster ist ein bislang eher unterschätzter Start-up-Hub. Dabei wurde der Lieferdienst Flaschenpost in der Stadt gegründet – und kürzlich für rund 1 Mrd. Euro von Oetker gekauft . Dazu sind einige Technologiefirmen aus der Uni Münster hervorgegangen – zum Beispiel das Datenanalyse-Start-up 4tree, das ein Professor vor einigen Jahren startete. Für McKinsey stellte sich die Software als so interessant heraus, das die globale Beratung gleich das ganze Unternehmen übernahm. „Es war damals das Ziel, etwas zu gründen und zu verkaufen“, sagte Professor Reiner Kurzhals einmal im Rückblick .

Drei Jahre später stieg der Statistikexperte aus – und gründete mit einem Doktoranden erneut: Westphalia DataLab taufte er die neue Firma. Im Gegensatz zu 4tree nimmt sein Start-up nicht den Handel in Blick, sondern unterschiedliche Industrien. Wieder geht es um Datenanalyse. Die eigenen Informationen der Unternehmen – beispielsweise zu Absatzzahlen und Waren – verknüpft das Start-up mit öffentlichen Daten wie Wetterberichten oder Verkehrsmeldungen. In diesem Datenwust soll die Künstliche Intelligenz von Westphalia DataLab Muster erkennen.

Wieder hat Kurzhals nun mit seiner Firma eine Beratungsfirma überzeugt: PwC Deutschland beteiligt sich mit knapp 20 Prozent an Westphalia DataLab, wie das Unternehmen mitteilt. Details zu dem Deal oder der sonstigen Anteilsverteilung sind nicht bekannt, vor dem Investment hielt der Logistikkonzern Fiege bereits knapp mehr als die Hälfte am Unternehmen. Die Wirtschaftsprüfer hätten die Firma nicht gleich übernommen, „weil wir die Eigenständigkeit und den Spirit des Start-ups bewahren wollen“, sagt PwC-Deutschlandchef Ulrich Störk im Gespräch mit Capital.de.

Der Einstieg soll dem Start-up nun den nächsten Wachstumsschub verschaffen – mit einem gemeinsamen Vertrieb. „Das Start-up bietet Unternehmen mit seiner KI die Möglichkeit, durch effizientere Prozesse Millionen einzusparen“, sagt Störk. PwC bringe den Kundenzugang. Zu den Unternehmen, die die Software bereits verwenden, gehören beispielsweise bekannte Marken wie Vorwerk und Peek & Cloppenburg. Wie viel Umsatz die Firma erzielt, ist nicht bekannt.

Beratungsfirmen setzen vermehrt auf Datenanalyse. Software-Start-ups wie Celonis aus München gelten als Konkurrenz in der Branche, in dem sie Geschäftsprozesse automatisiert durchleuchten. Auch Störk glaubt: „Die Zukunft der Beratung wird maßgeblich davon bestimmt, wer die richtige Tech-Expertise mitbringt.“ Der Wettbewerbsunterschied liege darin, wer datengetrieben und mit Industrie-Expertise die Probleme besser lösen könne.

Ein Markt, der sicherlich groß genug, sollte sich Professor Kurzhals entschließen, noch ein Unternehmen zu gründen.

Mehr zum Thema

Neueste Artikel