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Die Stunde Null „Die beste Wirtschaftsförderung für die Ukraine sind Waffen“

Alexander Rodnyansky ist Berater des ukrainischen Präsidenten
Alexander Rodnyansky ist Berater des ukrainischen Präsidenten
© IMAGO / Christian Spicker
Die Wirtschaft der Ukraine steht vor einem dramatischen Einbruch. Präsidentenberater Alexander Rodnyansky fordert mehr Unterstützung von Deutschland und will russische Gelder für den Wiederaufbau mobilisieren – im Podcast „Die Stunde Null“

Die täglichen russischen Raketengriffe auf ukrainische Kraftwerke und Stromleitungen haben verheerende Folgen für die Wirtschaft des Landes: Um bis zu 40 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des unter dem Krieg leidenden Landes einbrechen – noch stärker als ursprünglich befürchtet. „Russland setzt die Angriffe auf unsere Infrastruktur als wirtschaftliche Waffe ein“ sagt Alexander Rodnyansky, Berater des ukrainischen Präsidenten, im Podcast „Die Stunde Null“. „Es will unsere Wirtschaft in den Kollaps treiben.“ Betroffen sind unter anderem auch die ukrainischen Stromexporte, bis vor kurzem noch eine Einnahmequelle für das Land. „40 Prozent unseres Energiesystems sind beschädigt“, sagt Rodnyansky.

Um den Staatshaushalt zu stärken und das Land am Laufen zu halten, setzt Rodnyansky darauf, dass die EU und die USA ihre ohnehin umfangreichen Finanzhilfen noch ausweiten. „Es geht darum, weiter funktionsfähig zu sein – unsere Renten zu zahlen, die Löhne zu zahlen, die Staatsunternehmen weiter zu betreiben“, sagt er. Eine Aufgabe, für die jeden Monat Milliarden gebraucht werden, da die Steuereinnahmen deutlich eingebrochen sind. Noch wichtiger allerdings sei die militärische Unterstützung, auch um mit Hilfe von Flugabwehrsystemen die kritische Infrastruktur vor den russischen Angriffen zu schützen. „Die beste Wirtschaftsförderung für die Ukraine sind Waffen“, sagte Rodnyansky – der auf gute Erfahrungen mit dem deutschen Flugabwehrsystem Iris-T verweist.

Was den künftigen Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in der Ukraine angeht, so setzt der Präsidentenberater auch auf russische Gelder, die zum Teil in westlichen Staaten eingefroren wurden. „Wir sollten das auf jeden Fall versuchen. Die Herausforderung liegt im juristischen Bereich, weil es kaum Präzedenzfälle gibt“, sagte er. Allerdings handle es sich auch bei den privaten Vermögen russischer Oligarchen im Kern um Gelder, die der Kontrolle des Kremls unterliegen. „Wir sind hoffnungsvoll, dass wir an diese Vermögenswerte der korrupten russischen Eliten und des russischen Staates gelangen können – und damit unseren Wiederaufbau finanzieren können“, sagte Rodnyansky.

Hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • wie die Stimmung im von Raketenangriffen betroffenen Kiew ist,
  • was Rodnyansky über die Russland-Debatte in Deutschland denk,
  • was der Berater von möglichen Verhandlungen mit Moskau hält.

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