Mode„Wir haben die Olympischen Winterspiele 2022 fest im Blick“


Der gebürtige Schweizer Adrian Josef Margelist ist Executive Creative Director der Snowboard-Marke Burton, die 1977 im US-Bundesstaat Vermont gegründet wurde. Vor dieser Position verantwortete er das Marketing und den Produktbereich des Outdoor-Spezialisten Mammut. Weitere Stationen: Liebeskind Berlin, MCM und Esprit.


Adrian Margelist, normalerweise wäre jetzt Endspurt beim Wintersport. Tausende würden über Pisten wedeln und durch Loipen gleiten. Wie erleben Sie diese besondere Skisaison?

In der Schweiz haben wir das Glück, dass die Resorts alle offen waren und sind. Somit konnten wir die Zeit einigermaßen genießen, und hatten sogar den Vorteil, viel weniger Leute in den Gebieten zu haben. Die Schutzkonzepte haben gehalten und die Regierung hat alles darangesetzt, das wichtigste Gut zu ermöglichen: den Genuss der Natur. Ich persönlich habe daher so viele Tage auf dem Board absolviert wie schon lange nicht mehr. Somit versuche ich, dem Schlechten etwas Gutes abzugewinnen.

Nun fertigt Burton mehr als nur Bretter, die Ruhm im frostigen Weiß bedeuten. Hilft die Mode dem Geschäftsergebnis?

Ja, unsere Wurzeln liegen im Boardsport, aber über die Jahrzehnte seit der Gründung 1977 haben wir unseren Markenkern aus Innovation und Funktion in immer mehr verwandte Produktgruppen getragen. Heute bieten wir multifunktionale Bekleidung für den Herbst, Winter und Frühling an, weil unsere Zielgruppe eben nicht nur im Schnee aktiv ist, sondern auch mit dem Rad oder zum Wandern durch die Berge und die Natur streift. Geholfen hat uns auch, dass die urbane Streetwear stark von generellen Outdoor-Trends beeinflusst wird und Performance-orientierte Bekleidung auch in der Stadt getragen wird. Ich würde die Lage insgesamt als durchaus gut beschreiben.

Was hilft Ihnen gegen Lockdown-Frust daheim?

Es ist nicht immer einfach, das gestehe ich. Ich bin normalerweise ein globaler Nomade – und jetzt bin ich seit einem Jahr in Zürich gestrandet. Aber ich kann es nicht beeinflussen und lenke meine Energie lieber auf Dinge, die ich steuern kann. Ich versuche so viel wie möglich offline zu sein, Smartphone und Co wegzulegen und mich in Bücher zu vertiefen. Ab und zu verfalle ich abends aber auch dem Angebot von Netflix – und snacke dazu die berühmten Kartoffelchips der Schweizer Marke Zweifel.

Planen wir einmal weit voraus: Welche Tipps können Sie Snowboardern (und Skifahrern) für die Saison 2021/22 geben?

Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg. Versuchen Sie, schon beim Weg ins eigentliche Gelände kleine oder größere Runs zu finden. Das Gefühl von Freiheit ist unglaublich, ganz gleich, ob Sie sich dabei für Winterhiking, Schneeschuhlaufen oder ein Splitboard entscheiden, ein der Länge nach teilbares Snowboard, oder wie groß beziehungsweise klein die Tour ist. Das Motto lautet: „Earn and own your turns“.

Ob Snow- oder Skateboards, das Design ist meist bunt bis schräg und vereint vielerlei Inspirationen. Woran arbeiten Sie gerade?

Ich will noch nicht zu viel verraten, aber während wir bereits eng mit den von uns ausgestatteten Athleten zusammenarbeiten, ist unser nächstes Ziel, jungen aufstrebenden Künstlern eine Plattform zu bieten. Snowboards sind ja wie eine Leinwand, auf der man sich wunderbar ausleben kann. Eine Botschaft von Inklusion ist uns bei diesem neuen Projekt extrem wichtig, deshalb werden diese neuen Talente aus Asien, Europa und den USA kommen. Und dann haben wir natürlich die Olympischen Winterspiele in Peking im Blick, die im Februar 2022 stattfinden. Eine weitere Möglichkeit, uns als Marke einer Weltöffentlichkeit zu präsentieren.

 


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